Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998753
Auszug einer 
grossen Jzmgdgesellschaft. 
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schicken 1) und richtete sich so auf einige Tage ein Bivouac ein 2). 
Das mochte für die abgehärteten Männer recht gut ausreichen; wenn 
aber die Damen selbst mit auf die Jagd auszogen, dann mussten schon 
grössere Vorbereitungen getroffen werden. Da wurden Köche und 
Dienerschaft voi-ausgeschickt mit Zelten und allem was zur Bequem- 
lichkeit erforderlich war; die Jäger und Falkner, aber auch die Amt- 
leute des Königs mussten mit hinaus, die Schreiber und Kapläne, die 
Kämmerer; kurz der ganze Hofstaat zog mit. Saumthiere und Wagen 
brachten alles, dessen man bedurfte, in den Wald hinaus 3). Da draussen 
1) Nib. Z. p. 140, 7: Geladen vil der rosse kom vor in über Rin, Die den 
jcgeren truogen bröt unde win, Vleisc unde vische und anders manegen rät. 
2) Von einer solchen Jagd berichtet der berühmte Abt von Saint-Denis, Su- 
gerius, in seiner Autobiographie (De rebus in administratione sua gestis, X; 
Duchesne IV, 334): Nec minus etiain venationem Ivelinae infractas terrae, quam 
beato Dionysio multis temporibus abstulerant, recuperavimus. Et ne in posterum 
oblivioni traderetur, illuc exeuntes per continuain septimanam adscitis nobis ap- 
probatis aniicis et hominibus nostris, videlicet Comite Ebroicensi, Ainalrico de 
Monte-forti, Sinione de Niellaha, Ebrardo de Villaperosa et aliis quampluriniis in 
tentorio demorantes singulis diebus totius hebdomadis cervoruin copiam ad San- 
ctum Dionysium non levitate sed pro jure Ecclesiae reparando transferri et Fra- 
tribus infirmis et hospitibus in domo hospitali nec, non et nlilitibus per villam, 
ne deinceps oblivioni traderetur, distribui fecimus.  Dass viel Hirsche erlegt 
wurden, ist also sicher, Wemi aber Antony Meray (La vie au temps des cours 
d'amour p. 2T) fortfahrt: „ajout0ns quc le nombre de vins fins, qui s'y con- 
spinma, 11e le fut pas inoins", so ist das entweder eine blosse poetische Licenz oder 
dem Verfasser standen Quellen zur Verfügung, die ich nicht aufzufinden im Stande 
war. Gesucht habe ich Wochen lang, denn es wäre doch interessant gewesen, zu 
erfahren, mit Welchen Weinsorten der vornehme Abt seine Gäste regalirt hat. 
3) HvF. Trist. 4354: Der köche, kuchenknehte, Buben und garzune Und swaz 
da pedune In beiden hoven inohte sin, Des küniges unt der künegin, Der reise 
wart da niht gespart, Die huoben sich vor üf die vart. Jager unde valkener, Des 
küniges amptmann, dirre und der, Die huoben uf die straze sich; Vil maniger 
soumer rilich Sach man da soumschrin tragen; Vil wol geladener kainerwagen 
Begunden dar nach schone gan; Die schriber unt die caplan Unt kamereere dar 
nach riten; Gar nach kuneklichen siten Für den hak riten al dar Mit maniger 
riterlichen schar Der edele künik Marke (der vierzehn Tage lang auf der Jagd 
ausbleiben Will, 4393).  'l'rist. (ed. Francisque-Michel III, 84): Vienent garzun, vie- 
nent varlet, Vienent seuz, vienent brachet Et li curliu et li veltrier Et li cuistruns 
e li bernier E mareschals e herberjurs Cil sumiers.    Cil chevals palefroi en 
destre, Cil oisels qu'en porte a senestre.    (p. 85) Atant eis-lur les lavenderes 
E les foraines chanberreres Ki servent del furain inester, Del lit aturner, del 
eshalcer, De dras cuistre, des chiefs laver, Des altres choses aprester.    A ce 
eisiur 11 chanberlangs. Apres lui espessist le rangs De chevalerie, de dameiseles, 
D'ensegnees, de pruz e de beles Chantent bels suns e pastureles. Apres vienent 
les dameiseles, Filles avprinces e a baruns Nees de plusurs regiuns; Chantent suns 
e chant delitus. Od eles vunt li alnerus, Li enscignez e li vaillanz; De druerie 
vunt laarlanz.
        

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