Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998655
Treibagd. 
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0b ihm eine Frau das Schwert gereicht 1); und was die Ritter bei ihren 
Fahrten nach Aventiure gefürchtet haben, das wird ihnen wohl auch, 
wenn sie auf die Jagd gingen, unangenehm gewesen sein. 
Im September, zur heiligen Kreuzes-Messe, da ist die Zeit, den 
Eber zu jagenQ); im October zu Michaelis sind die Hirsche feist und 
gut zu erlegen 3). 
Wenn man nur eine kurze Jagdpartie unternahm und denselben 
Tag wieder heimkehrte, brauchten nicht erst grosse Vorbereitungen 
getroifen zu werden. Der Herr zog von seinen Jägern begleitet aus 4); 
das Wild wurde von dem Leithunde aufgespürt, die gefundene Fährte 
mit einem frischen Reise (bruch) gezeichnet 5) und die Beute dem 
versteckten Schützen ü) zugetrieben; dann, sobald der Hirsch ver- 
wundet War, wurde er von der losgekoppelten Meute gehetzt, bis 
er zusammenbrach. Mit einer lauten Hornfzuifare wurde die Erle- 
gung gefeiert 7). Merkwürdig ist, dass auch die Hirsehkuh gejagt 
1) Wigal. p. 160. 1: Swaz im des morgens wider lief, Ode swie vil diu krä 
gerief, Swie vil der müszere umbe gevlouc: Der ungeloube in niht betreue, Wand 
er dä niht üf ahte. Wir haben nu maneger slahte Bösheit und gelouben, 
Dä. mite wir uns rouben Aller unser saelekheit. Ez ist vil manegem 
manne leit, Swenn im ein Wip daz swert git. I 
2) Parton. 324: Zer heiligen kriuzes messe, S6 die wilden ebersint Ze jagene 
zitic und der wint Daz loub beginnet reren. 
3) Aye d'Avign0n p. 55: Ce fu im une feste du baron sztint Miehiel, Que li 
cerf sont de gresse et l'en les doit chaeier. 
4) Percev. 7084: Devant avoit gent si eoreie, Gareons ä. pie qui ciens menoient 
Et veneor apries venoient Qui portoient espius trengans, Et apiies haces et sier- 
gans Qui ars et saiziites portoient, Et apres chevalier venoient. Alaries trestos les 
ehevaliers En vinrent doi sor -ij- estrier (d. h. der König selbst). 
5) Hadmnar des Labers Jagd 69: Dö ich die fart ze Walde Von ienem felde 
brithte, Mit einem rise balde Ich sie verbrauch; 0b ieman nftch mir gühte, Ich wolt 
oueh iätgers rechte dir geniezen: Swer disen brnch erszehe, Dztz mich die fürbnz 
eine hengen liezen. 
6) Eilh. v. Oberge Trist. 6331: Dar steit eine hirzwarte.  E11. p. 132, 30: 
Die däi sehiezen kunden, Die giengen zü den boumen stän. Ascimjüs der 'l'roiä.n 
Bi eime boume er stönde bleib Und schüf, daz man daz wilt treib.  Seine 
Führer sind Bauern p. 131, 4: lr rocke unde hüte Wären grä. schiifvare. 
7) En. p. 130, 30; p. 134, S.  Percev. 27116: Atzmt en 1a. foriest o'1' -I- moie- 
nelÜij- fois soner; Dont commenea, ü, regardei- Si vit  cerf les saus venir Qui 
si las egßoii; de fuir Et si menes du moult grant paine Pooit il mais zwoir sßtlaine, 
La. langue avoit touto getäe De 1a geule qu'il ot baee; -I- brzrkes apres lui venoit 
Qui pur 1a quisse le pincoit Asses sovent et ziigrement.  Er sieht dann einen 
mit einer Lanze bewaffneten Ritter kommen (27140: Et (Teures en anutres son- 
noit -I- moienel par graut vigor), der endlich den Hirsch erlegt. 
23'
        

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