Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998642
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Jagdbare Thiere. 
Pirschj agd. 
Angers orientalischen Ursprungs sein 1). Andere Hörner bildet Cahier 
in den Nouvelles melanges diarcheologie (ivoires) ab. In Photogra- 
phien habe ich noch gesehen das sogenannte „Horn Lehels" im Jäsz- 
berenyer Museum, ein Elfenbeinhorn des Berliner Museums, ein an- 
deres aus der Ambraser Sammlung. Eine Zeichnung des im Dom- 
schatz zu Bamberg bewahrten Hornes besitzt das Germanische 
Museum zu Nürnberg. 
Die gewöhnlichen jagdbaren Thiere, welche man mit Waffen er- 
legte, sind die Bären i), Wölfe 3), Luchse, Auerochsen und Wisente, 
die Riesenhirsche (schelch) und Elennthiere 4), dann Wildschweine, 
Hirsche 5), Rehe, Hasen und Füchse 6). 
Man unterscheidet die Pirschjagd, die Hetzjagd und die Jagd mit 
Falken7). Die Pirschjagd ist wohl die gebräuchlichste; von ihr erfahren 
wir mehr als von der Parforcejagd. Der Jäger ging entweder auf den 
Anstand und lockte den Rehbock, indem er, auf einem Blatte pfeifend, 
die Stimme der Ricke nachahmte und ihn dann „ze dem blate" er- 
legte S), oder er zog mit ansehnlichem Trosse von Hunden und Jägern 
begleitet aus.  
Gewiss waren schon damals die Jäger abergläubisch. Es wird 
dem Wigalois besonders angerechnet, dass er, auf Abenteuer aus- 
ziehend, sich nicht darum kümmert, was ihm am Morgen begegnet 
ist, 0b eine Krähe schrie oder ihn der Mausefalken viele mniiogen, 
1) Revue de Part ehretienne 1858, p. 26.  Vgl. Mitth. III, 134. 
2) Nib. Z. p. 139, 1: Mit ir scharpfen gären" si wolden jagen swin, Pern und 
wisende. 
3) Nib. Z. p. 142, 1: Sin tier was daz erste daz er ze tode sluoc Ein vil 
starkez halpfwoM?) mit der sinen hant. Dar nfuch er harte schiere einen grimmen 
lewen vant. 
4) Nih. Z. p. 142, 3: Dar niieh sluoger schiere einen Wisent unde eich, 
Starker üre viere und einen grinnnen scheleh. Sin ors truog in sö lrvalde, duz ir 
im niht entran.  Iwein 411: Wisente und ürrinder.  Troj. 31041:'N0ch beider 
denne ein Wisentier. Cf. 35592. 
5) Nib. Z. p. 142, 4: Einen eher grözen den such der spürehunt. 
6) Cröne 3322: D51. von gevangen und gevalt Wart von sterke schiere Vil der 
kleinen tiere: Hasen unde vühse, Reher unde lühse. 
7) Parton. 1993: Birsen, heizen nnde jagen; 2554: Wilt du ze Walde riten 
Durch hessen.  Chron. des Ducs de Norm. II, 9850: Qui vont, si pot aler clmsser, 
Curre, berser u herdeier. 
8) Parz. 120, 13: Er brach durch blates stimnle "en zwic.  UvTürh. 'I'rist. p. 
511, 9: W21 si vunden eine stat Da": si geschuzzen zem blat. Ze bluten er hegunde, 
Wunde er vil W01 kunde Manege tagalde.  Reinfr. 22022: Des weidenmres stimme 
Tuot mit dem biete ouch alsö, Wem er kam in tödes drö Vogel vil versenken.
        

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