Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998601
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Hunde. 
Bracken erwähnt. Weisse; nur wenig gefleckte Thiere schätzte man 
besonders hoch 1). Sie werden abgerichtet, der Spur des Wildes zu 
folgen, und heissen dann Leithnnde (limiersP). An ein Halsband 
wird ihnen ein Seil befestigt (daz brackenseil), das bis zwölf Klaftern 
lang 3), oft aus Seide gefertigt und reich gestickt ist. Neben den 
Brachen stehen in grossem Ansehen die Windhunde (mhd. wint; afr. 
levriers)4), die mehr zur Hetzjagd verwendet werden. lm Schwaben- 
spiegel werden sieben Arten von Hunden genannt und die Busse be- 
stimmt, die Jeder zu erlegen hatte, welcher ein solches Thier unbe- 
rechtigter Weise getödtet. Er war verpflichtet, zunächst einen eben 
so guten Hund wieder zu erstatten und für einen Leithund, Spürhund, 
jagenden Hund je sechs Schillinge, für einen Windhund, Rüden oder 
Wachhund (hovewart) je drei Schillinge Busse zu bezahlen 5). Die 
gewöhnlichen Hofhunde werden übrigens sonst als untergeordnete 
Rasse angesehenü). Mit den Rüden sind wohl die "Viautres" der 
Franzosen zusammenzustellen 7). Welcher Art die Süse gewesen sind, 
ist mir nicht bekannt S). Die Jäger, welche die Hunde zu überwachen 
und gekoppelt zur Jagd zu führen hatten, waren mit tüchtigen Peit- 
schen versehen 9). 
Der Jägermeister hatte das gesamnite, zur Jagd erforderliche 
dixit, iucunditate a. regibus alienis expostulans. Habebatque conseptum, quod 
Wodestotze dicitur, in quo delicias talium rerum confovebat. Posueratque ibi 
animal, quod strix Vocatur, missum sibi a Willielmo de monte Pislerio, de quo 
animali Plinius secundus in octavo xmturalis historiae libro etc.  Der Autor be- 
schreibt das Thier nach eigener Anschauung („ut vidi"). 
1) Wigal. p. 60, 24: ein britkelin, Daz niht schceners mohte sin. Daz was blanc 
über a1; Niwan ein öre was im val, Dzuz ander röt als-a mein bluot. 
2) Lanzelet 1545: Er het wol hundert Winde Än ander huntgesindqBracken, 
süse und leithunt.  Titur. 804: Ein leit bracke ist wiser, der hebt von art sich 
uf die rure.  Parton. 585: Uns veneres siolt un saingler; Li limiers l'en fait aler. 
3) Titur. 1152.  W. Titur. 139. 
4) Cf. W. Titur. 137 ff.  Parton. 1817: Dont voit venir parmi ces pres Muetes 
de chiens ios encoples. Li limiers s'en Vient devant, son lieu e1 col bel et graut, 
Dont li colers ert de {in or Et li noidnsvaut un tresor. Avant sont venu Ii levrier 
Et bel et graut et fort et fier.  Dolopath. 316: Moult amoit braches et levriers 
Et veneors et braconniers, Brahons et loimiers avoit. 
5) Schwabenspiegel ed. W. Wackernagel 278.  Hadamar des Labers Jagd 
461: Swinrüden. 
6) Her Reimar von Zwetel- II, 154 (HMS. II, 205): Ich waere ungerne da ein 
wint, Da. die stumpfen hove wart Werder dan die winde sint. 
7) Parton. 553: Muetes de chiens i fait mener Et viautres por prendre saingler. 
8) Vgl. Mhd. Wtb. Hi, 759. 
9) Wigal. p. 61, 12: Einen knüttel fuort er an der hallt Mit riemen wol be- 
wunden. Ich wsene, er mit den hunden Was geriten in den walt.
        

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