Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998502
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Unterhaltung. 
Liebschaften, Hunde, Falken, Turniere und Kämpfe 1). Jeder erzählte, 
was er im Leben Merkwürdiges durchgemacht. Bei den Jagdge- 
schichten wurde schon damals tüchtig aufgeschnitten 2). Mit den 
Damen wurde von galanten Abenteuern, von Liebeleien, von Frauen 
und Mädchen geplaudert3). Kam ein Fremder auf das Schloss, so 
musste er nach dem Essen erzählen, woher er war, was er erlebt, wie 
seine Reise gewesen 4). Alle diese Mittheilungen wurden mit dem 
grössten Danke angenommen, konnten doch die auf einer Burg 
ziemlich einsam lebenden Leute nur durch mündliche Erzählung 
erfahren, was in der Welt sich ereignete. Die llVallfahrei- konnten 
mancherlei berichten von fremden Ländern und Sitten, die sie bei 
ihren Reisen ins heilige Land, nach Rom, nach San Jago de Compo- 
stella kennen gelernt, und fanden selbst in den Kirchen während des 
Gottesdienstes willige Zuhörer 5). Heimkehrende Krieger erzählten 
1) Heinr. v. Melk, Erinnerung 354: Swa sich diu rit-ersehaft gesamnet m 
hebet sich ir wechselsage, Wie manige der unt der behüret habe. Ir laster mugen 
si nicht verewigen: Ir ruom ist niwan von den wiben.  Chast. de Couci 462: 
De maintes eauses ont parle Darmes, d'a1nours, de ehiens, (Poisiaus, De toumoie- 
mens, de cembiaus.  Brun de la Montaigne 1826: Quant il orent lave, varlet 
de sale osterent Les tables vistement et a t-erre verserent. Et quant furent leve 
moult ensemble parlerent De joustes, de tournoys ou il se deliterent. Quant moult 
orent parle, le vin il dernanderent, E1 Peseuier errant asses en aporterent En cou- 
pes, en hannas erranment le verserent. 
2) Durmars 15665: Li veneor et li arehier Raeonbent el palais plenier, C0111 
il lor avint le jor, Asses i mentent li plusor. 
3) Gilles de Chin 3018: Et 1a roine s'en ala; Gilles de Cyn le convoia Dus- 
qu'a Posteil molt volontiers. Aveuc lui et -x- chevaliers, Tout main a main s'en 
vont parlant L'une eure arriere et l'autre avant De petitez aventilrelez, D'amors, 
de danaes, de pueelez, Que la reine li contoit. 
4) Lanzelet 620 ff.  Wilh. von Wenden 5016: Nach dem äbentezzen, Als sie 
heten gesezzen Eine kurze stunde, Fragen sie begnnde Der Wirt, von Wannen sie 
waren.  Cröne 6224: Erst huop sich ein viiundes sage Äne alle pine und ane 
klage Zwisehem Wirte und dem gast Von arebeiten last, Den ir ieglicher hat er- 
liten; Alsö zegienc mit vröuden siten Der naht daz aller grceste teil.  Troj. 7593: 
Die rede tribens under in, In fiöz mit kurzewile hin Der abent und diu Stunde; 
8540: Nü was der lieben geste Der Wirt alsö inneclichen vrö, Daz er in kurzewile 
dö Vil gerne wolte machen. Er half in lange wachen Durch daz Jason der meere 
Vergezze siner swaere; 20460: Güetliche wart der clare Gevraget da der maere, 
Von welheni lande er weere.  Gr. Wolfdietr. 14,00: D0 laaten in die jungen, daz 
er in mere hie Seite von fremden Sachen) der iitter wunneglich Er det in kunt 
sin reise, ez duhte sie engestlich. 
5) Berth. von Regensh. I, 448: Sö spreehent sie nü in der kirehen, als ez üf 
einem jarmarkte si, von einem her zno disem, die spehter unde die maersager. 
waz ieglicher gesehen habe in andern landen, und ir einer irret etexzvenne sehse 
oder ahte oder Zehen, die vil gerne swigen. S6 seit etelicher, waz er gesehen 
habe üf siner merverte oder üf einer Romverte oder gein sante Jacölae.
        

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