Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998403
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Tischordnung. 
bestimmte Rangabstuiungen, die wohl erwogen werden mussten, wollte 
man Jeden zufrieden stellen. Deshalb heisst es schon im Renner 
(5527): "Swer in dem mitten SCl1(B11 und oben Geste kau setzen, den 
sol man loben". Um die Rangunterschiede verschwinden zu lassen, 
hatte Artus seine Gäste an einen runden Tisch gesetzt 1); da gab es 
keinen Ehrenplatz, und Jedem war es unbenommen, sich einzubilden, 
dass er einen ausgezeichneten Sitz unter seinen Freunden einnehme. 
Nach der älteren Sitte speisten die Herren und Damen gesondert 2). 
Nur wenn die Frau vom Hause den Gästen eine besondere Ehre er- 
weisen will, nimmt sie am Mahle theil 3). Kinder waren selbstver- 
ständlich von den gemeinsamen Mahlzeiten ausgeschlossen; sie blieben 
unter Aufsicht ihrer Hofmeister in der Kinderstube und wurden höch- 
stens, wenn die Gäste sie zu sehen wünschten, nach dem Essen in 
den Saal gebracht 4). Zumal bis zum siebenten Jahre hatten die 
Kinder jeder solchen Festlichkeit fern zu bleiben  
Die galanten Sitten der späteren Zeit brachten es mit sich, dass 
auch die Damen sich an den Festmahlen betheiligten. Dann sassen 
die Tischgäste in bunter Reihe 6); die Unterhaltung wurde eine leb- 
haftere und jedenfalls fand diese Neuerung bei allen Betheiligten 
Beifall. 
ce si clerc vaillant e sage Erent estrait de buen lignage, E si conestable preisie 
E gentil honie e afaitie E seneschal e boteillier E mareselml e despensier, Uissier, 
chamberlenc, c'est 1a. some Que tuit esteient gentil home. Livrei sons aveient ple- 
nieres E as plus hautes festes clieres Manteaus, bliauz e pelieons E autres plusors 
riches dons. 
1) Parz. 309, 15 ff.  HVF. Trist. 1324 ff. 
2) Rom. de Brut. 10728: Costume soloit estre im Troie, Et Breton encore 1a 
tenoient, Quant alquune feste faisoient, Li hoine 0d les homes manjoient, Que 
nule danie n'i menoient. Les dames manjoient aillors. 
3) Nib. Z. p. 255, 5: Näch gewonlieite dö schieden si sich (lä. Ritter unde 
frouwen die gierigen anderswä; 6: Durch der geste liebe hin ze tische gie Ni- 
wan diu marcgrävinne: ir tohter si dö lie Beliben bi den kinden, dä. si von rehte 
saz; 7: Dö si mit freuden beten gegezzen überall, Dö wiste man die schoenen 
wider in den 521.1. 
4) Als die Herren bei Etzel speisen, lässt derselbe seinen Sohn Ortlieb in den 
Saal bringen. Nib. Z. p. 293, 2 ff. 
5) Dolopathos p. 42: Coustuine iert ancienenlenb, S'uns gentisrhünls  518 
eust O11 - rois,  nel" remeust Devant -vij- ans de sa, norrice; Por mal 16 tenist 
et por vice Que devant  ans le veist Ä table oü ces peres seist. 
6) Lohengr. 947: Der bischof dö den hovemeister hiez ez alsö ahten, Daz 
ie ein ritter und ein inagt Mit einander zezen.  Durmars 9965: -C- dzunoisel se 
deffublerent Par le palais l'ea.ve donerent, Et cant Li bons YOiS (ist ibSSiS, Main- 
tenant ont lor sieges pris Li chevalier et cha et 1a; 9985: Fors tant qifentres -ij- 
s'ert assise Une pucele bien aprise.
        

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