Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998362
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Waschen der Hände. 
Das Wasser den Tischgästen reichen zu lasseil, war Sache 
des Kämmerers 1). Unter seiner Leitung besorgten dies die Edel- 
knaben, welche eine Schüssel knieend 2) darboten und über die Hände 
aus einem Giessfasse Wasser gossen 3). Eine Serviette hatten sie um 
den Hals hängen, an welcher sich die Herrschaften die Hände ab- 
trockneten 4). Bei kleineren Gesellschaften wurde wohl nur ein Becken 
nebst Handtuch bereit gestellt 5). 
Wenn Damen an dem Mahle theilnahmen, so wurde ihnen zuerst 
das Waschwasser prasentirt G). Gewöhnlich war das Wasser kalt, 
doch erlaubte man sich, zumal im Winter, gern den Luxus, sich des 
warmen zu bedienen 7); in ganz besonders verfeinerten Kreisen nahm 
man sogar Rosenwasser S). Wie Ulrich von Liechtenstein das Wasser 
austrank, in dem seine Geliebte sich die Hände gewaschen hatte, 
schildert er selbst in seinem Frauendienst (p. 7, 13). Da die langen 
und weiten Aerniel leicht beim Waschen nass gemacht wurden, be- 
eiferten sich Hofleute den Fürsten, Liebhaber den Damen beizustehen 
und während des Waschens ihnen die Aermel zu halten  
1) Nib. Z. p. 92, 1: Des Wirtes kameraere in packen goldes 1'613 Dez wazzer 
für truogen; p. 92, 2: E daz der Vogt vom Rine wazzer dö genam.  Lohenguz 
1960: Der schenke brähte win, (121 mich der truhsaez ezzen, Der kamerzer gap 
wazzer fur. 
2) Herz. Ernst 3176: Der künic mit ir wazzer neun Üz guldin hecken swzere. 
Vil höhe kameraere, Die höchsten von dem lande ln richem gewande, Die knieten 
und buten dar Die twehel vil wiz gevar. 
3) Martina p. 128, 27: Eich neppfe unde giezvaz Uzir golde gemachit was Ze 
WELZZBT und ze wine.  Parton. 984: Dä stuont von golde ein giezvaz, Daz von 
im selben wazzer goz, Und ein beekin. 
4) Percev. 10782: -I- graille ont fait ahmt soner Dont veissies ces damoisiauls 
Si bien vestus de gens bliaus Blances touailes ä lor cols. 
5) Rom. de 1a, Charette 992: Delez le dois, m1 chief d'une banc, 'I'r0verent 
deus bacins toz plains D'eve chaude im laver lor mains. Et de l'autre part 0111- 
trovee Une toaille bien ovree Bele et blzmnehe, es mains essuier.  Jourdains de 
Blaivies 1511): Au lavoir vait Jourdains ses mains i lave Oriabel li tendib 1a. tou- 
waille. 
ß) Percev. 24962: Daport on en bacins d'argent Si laverent les dmnoiselles 
Et les daanes et les laucieles Et puis apries li chevalier. 
7) Cf. oben Anm. 5: Rom. de 1a Char. 994.  Percev. 40644: Lß 11341918 m11- 
tost oster fest Et puis Teve caude demande.  Durmars 9234: D'en.ve chamde 
lor mains laverent. 
8) Parton. 10846: Prisent Paigue en dores bacins, Aigüe 1'059 tot 51 fili-SQII, 
Onques (l'autre n'i lava on. 
9) Guill. de Dole (Romvart p. 587, 19): Li vallet saillent erroment Pour Peve 
as bacins, si 1a donent. Sachiez que meint si abandonent Pour tenir au bon 130i 
ses manches Et cez dames et cez mains blanches.  Cf. 05811 S. 191. 225.
        

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