Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995193
Terrainbildung. 
und Magdeburg und zwischen Rhein und Elbe war gerade damals eine 
so rege und künstlerisch so bedeutende Bauthätigkeit, wie später 
kaum je wieder. 
Während es nun nicht schwer ist, die charakteristischen Merkmale 
einer Kloster- oder Kirchenanlage einer gewissen Zeit festzustellen, 
da dieselben Dispositionen mit geringfügigen Abweichungen sich bei 
allen gleichzeitigen Denkmälern nachweisen lassen, ist dies, sobald 
wir die Festungsbailten in Betracht ziehen, für diese absolut unthunlich. 
Die ganze Gruppirung der Vertheidigungswerke wie der Wohnräume 
hängt von dem gegebenen Terrain ab, dessen Gestaltung allein für 
den Bau massgebend ist. Die grösstmögliche Festigkeit des Schlosses 
zu erzielen, ist die Hauptaufgabe des Baumeisters; die Rücksichten 
der Bequemlichkeit, der künstlerischen Schönheit werden alle jener 
wesentlichsten Hauptsache geopfert. 
Es kam also vor allem darauf an, einen guten Bauplatz ausfindig 
zu machen, den die Natur selbst schon so gegen feindlichen Angriff 
geschützt hatte, dass der Kunst nur wenig zu thun übrig blieb, einen 
Platz, der, wenn möglich, nur von einer Seite bestürmt werden konnte, 
an den man schwer die Wurfmaschinen, die Mauerbrecher heran- 
zubringen im Stande war, dessen felsiger Boden es möglich machte, 
die Mauern auf den gewachsenen Stein zu gründen, so dass das so 
gefährliche Unterminiren der Mauern nicht zu befürchten war. 
Dies konnte im flachen Lande nur dann leidlich sich realisiren 
lassen, wenn man einen Platz fand, der entweder ganz vom Wasser 
umgeben war, zu dem man nur durch eine Zugbrücke gelangen konnte 
und dem man angriiisweise nur in Schiffen nahen konnte. Oder der 
Bauplatz war von sumpfigem Terrain umgeben, dessen Wege nur den 
Eingeweihten bekannt waren, und das dem unkundigen Feinde leicht 
verderblich werden konnte. Jedenfalls war es da schwer, Geschütze 
heranzuschleifen, und von den sonstigen Belagerungsmitteln musste 
man auch Abstand nehmen: man konnte solche Burg nur streng 
cerniren und durch Hunger zur Uebergabe zwingen. Eine derartige 
Festung wird gewöhnlich als Wasserburg bezeichnet. Schon Alpertus 
besßllreibf eine 5010116 Burg 1) und auch unsre Dichter gedenken ähn- 
1) De diversitate temporuln. 1. II. c. 2: Est stagnum palustre a MOSEL flumine 
ducentis passibus distans, infra quod erat collis exiguus diificilis aditu  nzun nisi 
navi propter altitudinenl stagni et impeditionem paludis nequaquam adiri poterat 
 studenti novis rebus castellum efflciendum promittebat. Hunc locum per 
amicos oognituln advectis nzwibus adiit (Wicmzmnus comes c. 1011). Quo ex- 
plorato extemlalo coegit magniun nlultitudinoln armatorum et rusticis undique
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.