Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998331
emailljrte 
und 
Grav irte 
Gefässe. 
TH-inkschiffe. 
323 
(ergraben) sind auf ihm: das Urtheil des Paris, die Erltführung der 
Heleha, der Zug nach Troja, der Kampf vor Troja, Hektors Tod, der 
Tod des Achilles, die Einnahme Troja's und die Rückkehr der Grie- 
chen. Einen ganz ähnlichen Becher hesass der König von Frankreich 
Ludwig VIII. (Gresta Ludovici VIII. Franc. Regt; Duchesne V, 292). Oh 
die Gravirungen mit Niello ausgefüllt waren, ist aus derBeschreibung 
nicht zu entnehmen. Dagegen haben wir unzweifelhaft ein Gruben- 
schmelz-Werk (email champleve) in dem Becher zu erkennen, welcher 
im „Rounians de Flilscouffle" (citirt von Francisque Michel, Tristan III, 
p. XI) geschildert wird. In dem Becher war König Marke dargestellt, 
wie ihm die Schwalbe durchs Fenster ein Haar der blonden Isolt 
bringt, wie Tristan beinahe in Irland (Isiande) getödtet wurde, wie das 
Schiff ihn von dort abholte. Auf dem Knopfe, dem Nodus (noiel) 
des Bechers, war eingegraben und emaillirt (estoit entaillies a esmaus) 
Tristan mit seinem Hofmeister Governal, lsolt mit ihrem Hunde Hu- 
dains, der Damwild und Hirsche, ohne zu bellen, erjagt. Auf dem 
Deckel endlich war zu sehen, wie die Liebenden nackt in der Felsen- 
höhle bei einander liegen und ein blankes Schwert zwischen sich ge- 
legt haben, wie sie Marke beobachtet u. s. w. Dann wie der Zwerg 
vom Apfelbaume aus das Liebespaar beobachtet, lsolt ihn bemerkt, 
Tristan ihn betrügt und endlich tödtet. I 
Eine damals nur in Frankreich und England, später auch in 
Deutschland sehr beliebte Art von Trinkgefässen hatte die Form eines 
Schiffes. Schon am Hofe Wilhelms des Eroberers waren diese Hum- 
pen bekannt 1); später Wurden sie ganz besonders Ehrengästen vorge- 
setzt 2) und trugen in ihrer eleganten Form sicher dazu bei, den Tisch 
zu schmücken. Die früheste Abbildung dieser Art von Trinkschalen 
linde ich in den Miniaturen der Breslauer Froissart-Handschriit, die 
1468-69 ausgeführt wurde. Die erhaltenen TrinkschiÜe rühren wohl 
1) Chron. S. Huberti Andag. 17: Britannico cuidanr clerico, cum recunlberet 
ad prandium Guilelmi regis, delata, est ad bibendilm zbrgentea navis; quam dum 
in manu teneret, talem de illa, versum dixit: 
Nec pice nec olavis eget haec argentea navis. 
2) Godefr. de Bouillon 4420: La table Godefroy estoit plus haut dröcie Que 
les aultres destoient, et si träs bien garnie D'une riche nef d'or, qui luisoyt et 
reüzunbie.  Gauvain 734: I1 ot sor cele table asise Une graut nef, tote d'or ün 
Qui estoit plainne de bon vin.  Garin II, p. 16: Que 1a. nef d'or l_i vout des 
poins tollir.  Bom. de Brut. 10703: As näs d'or portoient 1e vin, A copes, in 
hzmas d'or fin.  Jourdains de Blaivies 815: Alarez les hastes demandent les vins 
viäs, Jourdains li anfes i cort touz estaissiez, I1 en emplist une graut nef d'or 
mier; Girars ses laeres Tachata ä. Poitiers.  Horn et Rimenhild 595: Pus li en 
vet porter {es nefs (Targent dorez. 
21'"
        

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