Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998321
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Trinkgefässe aus 
Silber. 
Roger, Erzbischof von York, linden sich „tres cuppae maserinae". Van- 
blanc (a. a. O. IV, 212 ff.) ist geneigt, eine Nachbildung des Masermusters, 
sei es in einem feingeaderten Steine, sei es in einer künstlichen Compo- 
sition anzunehmen; ich glaube jedoch, dass einfache I-Iolzgefasse ge- 
meint sind, die gedrechselt und wohl polirt immerhin recht hübsch 
sich ausnehmen konnten. Im Archaeological Journal II, 262. 263 und 
III, 361 sind überdies einige noch erhaltene Maserbecher abgebildet. 
Das Gewöhnliche ist aber, dass die Trinkgefässe aus Metall ge- 
fertigt werden, aus Zinn für den täglichen Gebrauch, aus Silber und 
Gold für die Festlichkeiten 1). Sollten sie noch kostbarer erscheinen, 
so besetzte man sie mit Edelsteinen?) oder verzierte sie mit Niello- 
Ornamenten 3). Meines Wissen ist kein einziger solcher Becher uns 
erhalten. In der Münchner reichen Kapelle wird der Pokal Kaiser 
Heinrichs des Zweiten bewahrt (Becker u. v. Hefner, Kunstw. u. Ger. 
III, Taf. 9), aber der besteht aus einer geschnittenen Krystall-Culapa, 
einem krystallenen Nodus, ist in Gold gefasst und mit Edelsteinen und 
Email cloisonne besetzt, entspricht also, ganz zibgesehen davon, dass 
er aus einer früheren Zeit herrührt, nicht den Beschreibungen, welche 
uns überliefert sind. Solche Becher aus Edelsteinen geschnitten kamen 
wahrscheinlich aus Byzanz 4); im Abendlande war man damals einer 
so künstlichen Arbeit wohl noch nicht gewachsen. Konrad Fleck 
schildert uns im Romane von Flore und Blanscheiior (1554-1643) den 
Becher (kopf), der als Kaufpreis von den Heiden für die schöne 
Blanscheflor bezahlt worden war. Er ist ein Werk des Schmiedes 
Vulcan und zu Rom einem Könige Cäsar gestohlen worden. Gravirt 
1) Cröne 545: Im wart von rötenl golde Geworht 111211180 goltvaz, D21 1111111 üz 
traue und az In siner stat ze Londers.  HVF. Trist. 615: Und schzumte in uz 
erwelten win In trinkvazzen guldin.  Lohengr. 3082: Von golde manie rich 
trincvaz.  Tit. 2832: Si trunläen ouzzer golde und azzen alle uz silberrichen 
vazzen.  Martina p. 123, 2T: Rich nepfe und giezvaz Uzir golde genmchit was 
Ze wazzir und ze wine.  Rom. de 1a Chur. 989: Et li henap dkmrgent dorä.  
Auberi li Borg. (Romvart 229, 19): De coupes d'or, hanas (Targent massis. 
2) Kaiserchron. 13027: Scuzzeln und nephe, Die W01 gesteinten kophe. Cf. 
14253 und Rolandsliet 2493. 
3) Titur. 345: Daz von rotem golde mit lalathlnal was verblenket.  Alix. 
p. 278, 27: Une coupe d'or F111 a li rois denlandöe, D'u11e galisiene fu par tans 
noeläe.  Vgl. Chev. zus  esp. 3585: Hanap de iresce cloreure zu menue pine- 
teure   Horn et Rimenhild 935: Hand cel jor portä une cupe d'or F111; Üllßhes 
lfux-ent meillur Cesar ne Costentin: Triffuire ert entzmillie de bon 01' melekin. 
4) Ann. Stad. 1179: Venerunt quoque imperatori (Friderico) cum eisde1n1it- 
teris (so. Manuelis inxperatoris) munera preciosa. Inter quae fuit cantarus sma- 
mgdineus capiens sextarlum 1aalsarmi pistici et lalurinlae gemmae 1)1'e(3i0sag_
        

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