Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998281
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Salzfässer. 
Tafelaufsiitze. 
Saucen und sonstige Beigerichte wurden Wahrscheinlich in beson- 
deren Gefässen aufgetragen 1). Die Salzfalsser, die später mit so grossem 
Luxus ausgestattet Wurden (z. B. das Salzfass Königs Franz I., von 
Benvenuto Cellini, jetzt in der Ambraser Sammlung), waren schon da- 
mals von Gold oder Silber gebi1det2), wie z. B. das kostbare, jetzt 
im Louvre loewahrte Salzfass, das aus dem Schatze von Saint-Denis 
herstammt (s. Fig. 78, nach P. Lacroix). Viollet-Le-Duc theilt im 
zweiten Bande des Dictionnaire du Mobilier p. 150 ein zinnernes Salz- 
fass des dreizehnten Jahrhunderts aus dem Cluny-Museumniit, welches 
die passende Inschrift zeigt: 
CÜM SIS IN ltiENSAß) PRIMO DE PAUPERE PENSA: 
CUM PASCIS EUM PASCIS AMICE DEUM. 
und auf dem Deckel wird der Meister genannt: ROSETUS ME 
FECIT. 
Von Tafelaufsätzen, die also bloss zum Schmucke des Tisches zu 
Izffä dienen hatten, habe ich nur 
z?) '24 Q R einmal eine Erwähnung ge- 
 f ü  funden. Helgaldus erzählt in 
aß ß 3th E dem Leben des Königs Robert 
giä) g (Duchesne IV, 69); "In seinem 
 l l-r Q  Schatze hatte der Mann Gottes 
   i; , eine Art Hirsch von reinem 
T013 äiäg-lätiääkg Silber gefertigt, und ergötzte 
i, W Ä sich an ihm bei grossen Fest- 
o V d,  lichkeiten Zu menschlichem 
Fig. 79. Miniatur des Hortulus deliciaruzn Gebrauche hatte el dles Ge- 
der Herrad von Landsberg. (Nach H. Weiss, SChenk VOIII NOIIHEIJIIIQHhQIZOgQ 
Costümkunde.)   
Richard erhalten; er stand nicht 
an, es Gott zu opfern." Ich denke mir, dass dies Kunstwerk als 
Oentralpiece des ganzen Tafelschniuckes verwendet wurde. 
Gabeln brauchte man zum Essen nicht. Auf der einen Miniatur 
des Hortus deliciarum der Herrad von Landsberg (Fig. 79) sehen wir 
zwar gabelartige Geräthe auf dem Tische umherliegen; es sind die- 
selben indessen nur zum Tranchiren der Gerichte bestimmt; die Bissen 
1) De 1a, maaille (Jubinal, Jongleurs et Trouveros 103): A sa cha-r ou 21, S011 
poisson -Ij- saussiäres ou -j- pocon Ou  lolatel ou escuele. 
2) Durmars 9947: Le sel fet mehre en ses salieres Qlli Sllllt d'or Üll beles et 
chieres. 
3) Jedenfalls muss es Mensa heissen, nicht (wie Viollet druckt) Pensa.
        

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