Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998243
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Tischtücher. 
Tafelgeräth. 
Borten besetzt 1) oder mit Stickereien verziertz). Ohne Tischtuch zu 
speisen, galt für durchaus unschicklich; selbst im Zelte wurde das- 
selbe auf eine Matte ausgebreitet 3), und wenn man im Freien tafelte, 
so versäumte man nicht, auf das Gras ein schönes sauberes Tuch zu 
decken 4). Jeder Gast erhielt dann eine Serviette (twehel, afr. doublier) 3) 
und ein Brot. Dann setzte man die Salzfässer auf, legte die erfor- 
derlichen Messer und Löifel auf den Tisch, brachte Schüsseln und 
Becher herbei und bereitete so Alles aufs beste vorü). 
Das Tafelgeräth bestand aus den grossen Schüsseln, in denen die 
Gerichte aufgetragen werden, aus den kleineren Schüsseln, die unsern 
Tellern entsprechen und aus denen bald ein Gast allein 7), bald mit 
einem Tafelgenossen zusammen speiste S), aus den Salzfassern, Messern 
und Löffeln, endlich aus den Trinkgefässen. Der gemeine Mann, der 
Bauer, ass wahrscheinlich damals aus hölzernen oder irdenen Schüsseln. 
Von diesen sind kaum noch Ueberreste vorhanden. Viollet-Le-Duc 
bildet im zweiten Bande seines Dictionnaire du Mobilier T. XXXlL 
XXXIII einige Scherben mittelalterlicher Töpferwaare ab. Andre wahr- 
scheinlich irde11e Geschirre hielt P. Lacroix, les arts au moyen-äge, Fig. 
'29, 30 nach Sculptureil der Kirche Saint-Benoit zu Paris mit (s. Fig. 
76.  Die begüterte Klasse, der wohlhabende Kaufmann, der Ritter 
u. s. W. bediente sich des Zinngeschirres, und es ist wohl anzunehmen, 
1) S. Oswald 3269: Ein tischtuoch was üf den tisch geleit, Daz was 12m0 und 
dar zuo breit. Ez was alsö W01 beslagen, Als wir ez noch hmren sagen, Mit sil- 
ber und mit guotem golde, Als ez ein künic haben solde. 
2) Virgin. 213, 6: Bald und gar geswinde Bedecket wart vil manic tisch Hel 
von waehen tuochen, Diu von der nädeln vuoren vrisclm.  Cf. oben S. 153, Anm 2. 
3) Pereev. 1934: Et voit sor Ij- torsiel de jonc Une tuaile blance et nueve. 
4) Durmars 2183: Li nains a de sa. male ostee Blanee tualle et bien ovree, 
Si Fa, mairxtenant estendue Sor fechiere et sor erbe drue, Sor 1a nape mist -ij- 
coteax, Puis i met sel et beax gasteax Et lors si prent -ij- esquieles Uargent molt 
bones et molt beles. 
5) UvdTürl. Wilh. d. H. p. 85: Nach der franeen site tischlachen wize Und 
mannige twehele pzusisin. 
6) Percev. 24966: Sor les tables sont li doublier Et li coutiel et les salieres. 
Les coupes d'or ä rices pieres; 36609: Errament sont les tables mises Et les na- 
pes de sour assises, Les salieres et li coutiel. Cf. 42670. 44675.  Parbon. S87: Et 
voit les grans fus almnes Et des gros cierges grans plentes Et tables mises et 
doubliers, Couteaus, salieres et culiers, Coupes, henas et escueles D'or et dkmrgent, 
bones et beles. 
7) Durmars 6344: Si ot chascuns doble esquiele. 
8) Percev. 2755: Et li preudmn Ies lui assist Li vzdet et mangier le Hst Avoec 
lui en une eseuiele.  Durmars 2199: Mesire Durmars et 1a bele Mangierent a1 
une esquiele.
        

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