Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998080
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Französische Weine. 
YV. Hamm theilt (a. a. O. p. 333) ein modern-französisches Sprichwort 
mit, das beweist, wie noch heute der Poitou-Wein im Ansehen steht: 
„Le vin est si frais ä Poitiers, qu'il etendrait le feu d'enfer." Die 
Weine von Anjou, die heute noch ihren Ruhm bewahrt haben 
(Hamm 331. 333: „Des Tourangeaux, Angevins, Bons fruits, bons 
esprits, bons vins") und die von La. R0che11e1), sowie die von 
Orleansi), waren im 13. Jahrhundert schon hochberühmt. Der Wein 
von La Rochelle wurde 1198 zuerst in Lüttich ausgeschenkt 3); sonst 
scheinen die französischen Weine in Deutschland nicht besonders be- 
liebt gewesen zu sein. 
Eine grosse Menge von Weinsorten wird uns in der von Barba- 
zan-Meon im ersfen Bande der Fabliaux (p. 152) herausgegebenen 
„Bataille des vins" des Henri d'Andeli genannt. Der König Philipp 
lässt da die besten Weine zusammenbringen. Ausser den Ausländern: 
dem Cyperwein, den Weinen von Spanien, von Palma, von Pia- 
cenza. (Plesence), erscheint der Moselwein, der Wein von Orchies 
(Dep. Nord), von Any, Septmonts und Soissonsi) (Dep. Aisne), 
Epernai und Sezanne (Dep. Marne), Verdelot (Verdelai) im Dep. 
Seine et Marne, Meulan und Argenteuil (Seine et Oise); Wahr- 
scheinlieh zählten zu den Weinlagen um Paris auch die Trie 1a 
bardoul, wenn wir das heute Triel genannte Dorf mit jenem nicht 
aufzufindenden Ortsnamen identiüeiren dürfen 5). Es kommen die be- 
rühmten Burgunder: Auxerre, Chublis, Tonnere  Torniere) G), 
1) Rom. du Renart 22141: Et si burent bon vin d'Ang0u, De 1a Rochele et 
de Poitou. 
2) Rom. du Renart 22781: Vin burent d'Aug:oire et d'Or1ienz.  Le credo au 
ribaut 22783: Vers 1e vin qui ert clers oü voirre D'Orlizmns, de Rocelle ou d'Am- 
qoirre. 
3) Reineri Ann. 1198: Vini sextarius 14 denariis est venditus et vinum de 
Rochella primum in hanc civitatem est axlvectuln. 
4) Des trois aveugles de Compiegne 72: Ci a bon vin fres et novel Ca. d'Am- 
eoire, 9a. de Soissons.  Du prestre et d'A1ison 258: Et blaue vin qui fu de 
Soissons. 
5) In Benedicts von Peberborough Gesta Regis Heinrici Secundi (ed. Stubbs) 
wird Trie Wiederholt genannt (I, 59. 306 u. s. w.) und I, 354 bemerkt, dass das 
Schloss Vaus zwischen Tiie und Gisors gelegen sei. Dieses trifft bei Tiiel zu 
(vgl. Richard, Guide classique du voyageur en France, Par. 1846, P- 144)- 
6) Für diese Verbesserung spricht auch die Stelle im Fabliaus de Coquaigne 
64: de vin vermeil jusqrf emmi Du meillor que Yen puiSt ßmvßr E11 Bivlune, ne 
de lä, 1a, mer; Et d'autre part ert de blanc vin Le meillor et tout le plus {in Qui 
onques cräust ä, Aueuerre, Ä Rocele, ne ä Tonnerre.
        

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