Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998072
Französische Weine. 
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Renomme; er sollte nur jung geniessbar sein 1). Ob er Aehnlichkeit 
mit dem heutigen (Boden-) Seewein hatte? Treiflich war der damals 
schon wohlbekannte Ungarwein (Österwin) 2) und auch das Gewächs 
von Botzen erfreute sich von Alters her der grössteil Anerkennung, 
wurde vielfach in Deutschland getrunken 3). Der Wippacher Wein 
(aus Krain) liefert heute noch ein leidlich gutes Getränk (W. Hamm, 
das Weinbuch, 2. Aufl, Lpz. 1874, p. 219), während der istrische Wein 
von Rivoglio (der Reinfal)4) seinen alten Ruhm gänzlich eingebüsst 
zu haben scheint (Hainm a. a. O. p. 220). Dagegen ist der Wein von 
Chiavennaö), besonders der weisse und würzige Aromatico (vgl. 
Hamm a. a. O. p. 348) noch heute sehr geschätzt. 
In Frankreich galten für sehr gute Weine die von Auxerre 6) und 
Beaune 7). Es sind dies also Burgunder; die von Beaune und den 
heute berühmteren Weinbergen von Nuits sind Rothweine; Auxerre, 
in dessen Nähe Chablis liegt, lieferte wohl auch Weissweine. Auch 
der Wein von Saint-Poureain (Dep. Allier) war als vortrefflich be- 
rührnts). Von dem Wein aus dem Poitou, der ehedem selbst nach 
England exportirt wurde 9), ist heute nicht viel zu sagen; er soll recht 
gut und trinkbar sein, wird aber an Ort und Stelle consurnirt. 
1) Renner 22570: Mir seit ein brister, Daz beirisch win, Juden unde jung wöl- 
felin Allerbest sin in der jugent. 
2) Seifr. Helbling III, 238. -Nith. I, 7 (HMS. III, 186): Den vil klaren oster- 
win, den tranken si mit schalle. 
3) Nith. V, 7 (HMS. III, 302): Ich vuort" mit mir guoten osterwin so linde. 
 Willeh. 136, 9: Ist Werder dann ob se a1 den win Trunk der mac ze Bötzen 
sin.  Ottokar CCCL: Wein von Wippach (in Krain) Und Paczner man da. 
sach Unde ander Wein genug.  Otto Frising, Geste. Friderici II, 26: Haec Villa 
(Bauzanum) in termino Italiae Baioariaeque posita dulce vinum atque ad vehen- 
dum in exteras regiones naturale Noricis mittit. 
4) Apollonius 2777: Reinval douhte in ze krank.  Ottokar COOL: Mug- 
ler(?) und rai(n)val. 
5) Engelh. 3894: Und um den süezen win von Cleven. 
6) Percev. 24363: Et vin d'Au(;oirre et autre bon.  Launbertus Ardensis, 
Hist. Com. Ard. et. Gllisn. c. LXXXVII: Authisiodoricum vinum preciosissimunl. 
7) E0111. (111 Renart (Publ- P- Mäßn) IV, 1545: De vins d'Auch0irre ne de 
Biaune.  Hugues Capet p. 214: Et vin, non pas de Portingal, Mais bon vin de 
Bourgogne fin et especial.  
 8) In den Geschichten des Guillaume düäuvergne, Bischofs von Paris, deren 
einige A. Lecoy de 1a, Mal-ehe in der Ausgabe der Anecdotes historiques d'Estienne 
de Bourbon (Par. 1877) S. 389 mittheilt: Ita si bonum vinum de Sancto Pro- 
cincto, vel Andegavia, vel de Autissiodoro, sit in mensa mea etc. 
9) Percev. 28690: Et vin de Poitau qui delite Celui ki fort vin voet et ahne. 
 Tristan (ed. Francisque-Michel II, p. 61): Vin de Peito, oisels ddilspaine.
        

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