Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995167
Burgenbau. 
(Paris 1854-68) wohl zuerst treffliche Abbildungen und ausgezeichnete 
Untersuchungen über dies interessante Thema veröffentlicht hat. 
Englands Burgenbau hat T. Hudson Turner in seinem Werke „Some 
account on domestic architecture in England from the conquest to 
the end of the thirteenth century" (Oxford 1851) behandelt. Der erste, 
der in Deutschland, mit gründlichen Vorkenntnissen ausgerüstet, diesen 
schwierigen Fragen näher trat, war der General Krieg von Hochfelden, 
dessen vortreffliches Buch „Geschichte der Militär-Architektur in 
Deutschland  von der Römerherrschaft bis zu den Kreuzzügen" 
(Stuttg. 1859) gerade mit dem Zeitpunkte abschliesst, mit welchem wir 
hier zu beginnen haben, das jedoch die Vorgeschichte der für uns 
interessanten Periode des Burgenbaues besser und gründlicher be- 
handelt, als irgend ein andres mir bekanntes Werk. Heinrich Leo 
hat zuerst die Angaben der mittelhochdeutschen Dichter über die 
Schlossbauten und deren Einrichtung in einem Aufsatze verwerthet, 
welchen er 1837 im achten Bande von Raumefs historischem Taschen- 
buche veröffentlichte. Leo's Beispiele folgte ich, als ich 1862 zu Berlin 
ein Schriftchen „über Bau und Einrichtung der Hofburgen im 12. und 
13.Jahrhundert" herausgab, eine Arbeit, deren schülerhafte Ausführung 
mir wohl klarer als irgend einem Andern bewusst ist. Endlich bietet das 
Buch von J oh. Nep. Cori „Bau und Einrichtung der deutschen Burgen 
im Mittelalter mit Beziehung auf Oberösterreich" (Linz 1874) manche 
interessante Notizen. Dagegen erwähne ich nur, um vor dieser inhalts- 
losen, ohne jede Kritik zusammengetragenen Schrift zu warnen, 
D. v. Hoyeris Büchlein "Die alten Burgen und Ritterschlösser in 
Deutschland" (Halle 1847, S. Vlll, 63).  
Es lag in den unsicheren Verhältnissen, welche das ganze Mittel- 
alter hindurch vorherrschten, für jeden, der etwas besass, die Noth- 
wendigkeit sich gegen feindliche, räuberische Ueberfalle sicher zu 
stellen. Die Bürger befestigten ihre Städte und schützten sich so 
wenigstens einigermassen gegen die Gefahr; die Landesherren legten 
Burgen an, die Grenzen und Wichtige Heer- und Handelsstrassen zu 
decken, und erbauten für sich selbst feste Hiiuser, in denen sie wohnten 
und ihre Schätze bewahrten, und auch der kleine Adel suchte seine 
Wohnsitze, so gut es anging, so einzurichten, dass er wenigstens gegen 
einen Handstreich Widerstand zu leisten vermochte. Nahte die Gefahr, 
kamen feindliche Heere ins Land, so rettete man Hab und Gut in 
diese kleinen Blestungen, die doch nicht unmittelbar erobert werden 
konnten, eine Belagerung erheischten und jedenfalls dem Feinde eine 
Zeit lang, bis etwa Entsatz herankam, Widerstand leisten konnten.
        

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