Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997932
G emüse. 
Fleisch der 
Hausthiere. 
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Einleitiuig des Diners oder Soupers bildete, ist wahrscheinlich, doch 
finde ich nur bei Chrestien de Troies einer Weinsuppe gedacht1). 
Die Mahlzeiten der vornehmen Leute bestanden meist aus Fleisch- 
gerichten. Rüben, Sauerkraut (Kompost), Kohl, das sind Speisen, die 
sich wohl für einen Bauern, nicht aber für einen Herrn schicken 2). 
Der Ereinit muss sogar mit Geisblatt, Lattich, Kresse vorlieb nehmen 
und hat dazu nur Gersten- und Haferbrot und einen Trunk Quell- 
wasser 3). Die Herren aber verlangten eine substantiellere Kost. Das 
Fleisch von Hausthieren ist jedenfalls oft genug gesotten und ge- 
braten auf die Tafel gekommen 4), aber dessen geschieht in den Ritter- 
romanen selten Erwähnung. Ich erinnere mich nur von einem ge- 
füllten Schweinebraten gelesen zu haben 5). In Wirklichkeit wird, 
zumal im Herbste, wenn das Vieh, das nicht überwintert werden sollte, 
geschlachtet wurde, Wohl auch auf der Herren Tische ein guter Rinder- 
oder Schweinebraten, Würste und alle die Gerichte, für welche die bür- 
gerlichen Dichter so enthusiasmirt sind, nicht gefehlt haben 6). Im 
1) Percev. 36113: Une soupe en vin li douna. 
2) Apollonius 11525: Ruoben unde kumpost Truoc man da niht ze tische: 
Wiltlorat und edel vische Was mit wurzen W01 bereit; 10789: kabezkrout.  
Renner 97 7 2: Manie gepaur Wirt schimelgra, Der selten hat gezzen mensier bla, 
V eigen, hausen, mandelkern. Raben, kumpost az er gern, Und was im etwenne 
als sanft Mit einem hebereinen ranft Als einem herren mit wilde und zam.  
Nithart LXXVII, 5 (HMS. III, 240): Daz im vür die vueze velt der cumpost uz 
dem magen.  Ferguut 879: Daerna so brochte men hem dat cruut. 
3) Percev. 7875: Mais il n'0t se hierbes non: Cierfuel, laitues et ereson Et 
pain i ot dbrge et davaine Et eve clere de fontaine. 
4) Parz. 509, 26: Spise wilde unde zam. 
5) Chevaliers as  espees 8614: Tout li mengiers fu delitables Et nes; car 
tartes auant orent De gayn apres porciaus farsis Et pigons en paste et rostis. 
6) M. Joh. Hadloup XV, 1 (HMS. II, 287): ßVeize swiniu braten Dar umb sol 
ir wirt in ahten Und ouch bringen guoten win. Wirt, besende uns Würste, Da bi 
schwlin hirne, Daz in die stirne Glostende werden, als si in sin angezunt; Mache 
in, daz si dürste. Salze in vast der ingewant terme; 3: Wirt, besend" dien gesten 
(äense die da sien blint, Unt mach die stuben heiz. Du solt hunf in vüllen Dar- 
nach Sieden krappen (y. d. Hagen: kappen). Vroeliche knappen Hastu danne in 
Stuben und ouch bi der gluot; Heiz in tuben knüllen Schüzzen unt ouch vasande 
wilde; XVII, 2 (HMS. II, 288): Würste unt hammen, guot geslehte, Oueh in rehte 
Herbest birt. Dar zuo wirt In noch sins rates me: Ingwant, hlezze, term unt ma- 
gen Und oueh kragen Zuo der gluot; Herbest tuot Im baz, danne sumer e. Man 
sleht nu so manig ve, Des vint man guotiu kroesiu, houbt unt vueze Und ouch 
sueze Hirn unt die; 3 (HMS. II, 289): An' klobwürste soltu s'niht lan; Manigen 
buok Gib in dar zuo guote grieben.  Die Fleischer betrogen oft und gaben „siu- 
win für bergin ileiseh" (Fleisch einer Sau statt eines versehnittenen Ebers). Eine Frau, 
die im kindbett liegt oder Ader lasst, kann daran sterben. Berth. v. Regensb. Pred. 
I, 16.  Titurel 1449: Für wiltbrete Wuerste hie ze hofe wir innner ezzen selten.
        

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