Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997875
Kaxufleute. 
Märkte. 
Messen. 
277 
er von einem Kriegsschiff  roupgaline) angerufen und nach seinem 
Begehren gefragt. Er erwidert (Ortn. 253): "Ich füere von Kerlingen 
(d. h. von Frankreich) daz aller beste gewant, Daz ich ze Walhen 
inder in den steten vant"; er giebt also vor, Wollenstoffe nach dem 
Orient zu importiren. Die Hafenwäehter erbitten freies Geleit für 
den Kaufmann von dem Konstabel 1), der dies auch bewilligt und ihm 
Frieden zusiehert 2). Der Stadt Richter bestätigt die Zusage und fährt 
selbst auf einer Roupgalin, die zum Zeichen ihrer friedlichen Bestim- 
mung eine Fahne und ein Kreuz am Maste führt, begleitet von vier- 
zig Posaunenbläsern, dem Kaufmanne entgegen und geleitet ihn auf 
die Rhede (habe)3). Noch im vierzehnten oder fünfzehnten Jahrhun- 
dert findet sich in den Breslauer Stadtbüchern eine stehende Rubrik 
„Treugae pacis", in der alle die Fremdlinge 
der Stadt Frieden zugesichert worden ist. 
verzeichnet 
sind, 
welchen 
Nachdem diese Vorbereitungen beendet sind, werden endlich die 
Krambuden, in denen die Kaufleute ihre Waaren feilhalten wollen, 
aufgeschlagen und der Handel erölfneti). 
Bei grossen Festlichkeiten, z. B. wenn ein Turnier veranstaltet 
wurde, lud man auch geradezu die Kaufleute ein, einen Markt abzu- 
halten  Dadurch Wurde den Handeltreibenden ein sicherer Gewinn 
in Aussicht gestellt, andrerseits fanden die zum Fest erschienenen Gäste 
Gelegenheit, mancherlei Einkäufe zu machen, die sonst nicht so leicht 
zu erlangen waren, und das ganze Festtreiben wurde dadurch noch 
mehr belebt und angeregt. 
Grosse Märkte waren  damals schon etwas ganz Gewöhnliches  
man verlegte sie gern auf die Zeit, wo in einer Stadt eine grosse 
Kirchenteierlichkeit stattfand, WO eine grosse Anzahl Leute zusammen- 
1) Ortn. 255: Und inuotet eins geleites 0b man imz geben S01. 
2) 0113112256: Er jach "swer koufschaz füere, der sol hie haben fride; Den S01 
1mm in anbieten bi dem halse und bi der wide." 
3) Ortn. 256-59. 
4) Kud1z324: Frunte hiez üf Swingen siner kräme dach; 251: Jä sol min 
118W? Hölmlt, der ist 9111 WTSQY 1118111, Stän in siner kräune (des ich im wol gan) 
Nuschen unde beuge verkoufen den vrouwen, Golt und edel gesteine. 
5) Parton. 11600: Hiez er mich einen market Üz bieten endelichen, Durch 
daz von allen richen Koufliute kamen aldä her Und ie der man näch siner gei- 
Den kräm hier fünde veile    (11610) Von harnasch und von liehter wät. 
6) Titur. 4518: Zu Berne uf kampehnarchte so richen kouf udie statzner (sta- 
tionarii) nie getrugen.  
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.