Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997842
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Kaufleute. 
Ausrüstung 
derselben. 
den Austausch der Erzeugnisse der verschiedenen Länder. Es kann 
hier nicht versucht werden, die Geschichte der Handelsbeziehungen 
jener Zeit zu skizziren; die Werke von Depping und Johannes Falke 
geben ausreichende Auskunft über diese interessanten Fragen: mir 
kommt es allein darauf an, aus den von mir benutzten Quellen Einiges 
über die Kaufleute jener Zeit und ihr Treiben mitzutheilen. 
Da lernen wir zunächst die Leute kennen, die Lebensmittel zum 
Verkaufe herumführen: Brot und Wein, gesalzene Schinken, lebendes 
Schlachtvieh, Ochsen und Schweine 1). Andere bringen frische Heringe 
vom Meere 11er, und wieder Andere Fische in Körben verpackt, auch 
Lampreten und Aale, die sie in den Städten ankaufen und auf ihren 
Karren nun im Lande herumfahren und zum Kaufe ausbieten 2). 
Die grossen Kaufleute handelten mit Seidenstoifen und Wollen- 
zeugen, mit Spiessen, Halsbergen, Helmen, Schilden und Schwertern, 
mit Tinte  Schwefel, Weihrauch, Quecksilber, Alaun, Kermes, Pfeffer 
und Safran, Pelzwerk, Schafleder, Corduan und Marderfellen 3). Ihr 
Anzug auf der Reise besteht aus einem Rocke von grobem Tuche, 
mit einem starken Ledergurt zusammengehalten, an dem die Geldtasche 
und ein Messer hängt, dazu dunkle Hosen. Die rothen Schuhe sind 
aus festem Rindsleder. Den Kopf bedeckt eine wollene Mütze (vgl. 
S. 239). Alle ihre Ausrüstung ist mehr auf Dauerhaftigkeit als auf 
Eleganz berechnet, und so sind denn auch die Pferde nicht besonders 
schön, das Reitzeug alt und verbraucht; am Sattel haben sie einen 
Futtersack mit Heu hängen 4). 
1) Percev. 3713: mareäant somes. Qui vitaille im vendre portomes, Pain et 
vin et bacons saläs Et bues et porcs avons assäs Por tuer, se besoing estoit. 
2) Roman du Renart (ed. Mäon I, 30) 773: Marchäanz qui poisson menoient 
Et qui de vers 1a, mer venoient. Harenz fräs orent ä, plentä, Que bise avoit auques 
ventä Trestoute 1a semaine entiere; Et bons poissons dßbutre maniere Orent assez 
gmnz et petiz Dont Ior paniers furent garniz. Que de lamproies et (Panguilles 
Qu'il orent achetä as villes Bien fu chargie 1a charrete.  Cf. De 1a. bourse pleine 
de säns 53 ff. 
3) Guill. d'Orenge II, 1064: Si le demandent: ,quel avoir fätes traire?" „N0s 
syglatons et dras porpres et pailes, Et escarlates et vert et brun proisable; Tran- 
chanz espiez et hauberz et vers heaumes, Escuz pesanz et espäes qui taillent"; 
1124: Syglatons, sire, cendaus et bouquerarlz Et escarlate et vert et pers vaillant; 
1133: Eneres et soifres, eneens et vis argens, Alun et graine et poivre et safran, 
Peleterie, bazenne et cordoan Et peaux de martre, qui bones 8011i 811 176118- 
4) Guill. d'Orenge II, 991: Une cote ot d'un burel enfumä; En ses piez mist. 
un vermeille soller: Granz sont, de buef, deseure sont crävä; 1024: Qui le charroi 
devoient bien mener Portent corroies et gueilles et baudrez, Portent gmnz borses 
por monnoie chauger, Chevauchent muls et somiers toz gastez; 1037: Li cuens
        

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