Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997801
270 
III. 
Sehürbrant. 
Sei. 
Seit. 
blauen 1), braunen 2), rothen 3) Scharlach. Letzterer ist mit Kermes 
(grana, mhd. grau, afr. graine) gefärbt und galt als besonders kostbar 4). 
Die berühmtesten Färbereien waren in den Niederlanden, ausser in 
Gent vorzüglich in Brüssel, Lille und Ypern  
Snchürbrant von Arras 6) War wohl auch ein Wollengewebe. 
Sei (afr. saye), ein feiner Wollenstoff, aus dem besonders die Bein- 
kleider gemacht wurden 7). 
Seit (afr. sayette), ein grobes, aus Ziegenhaaren gewirktes Tuch S) 
das gewöhnlich purpurn gefärbt wird  
1) Vgl. S. 269, Anm. 10. 
2) Parton. 3058: Ein ritter mit in sanfte reit, Der fuorte brün scharlachen. 
Cf. 11565; Troj. 26368; Demantin 7416. 
3) Apollon. 18189: ein röter Scharlach.  Percev. 9291: Escarlabe vermeille. 
4) Cröne 505: Dar zuo wart ime gesant In Vermendoise (Vermandois in der 
Pieardie) von Gant Vil manec lache von gran, diu in viures varwe bran; 6832: 
Ein richiu wat in eret Von einem röten scharlat; G836: Sin varwe als ein viure 
Zuo allen ziben bran Von ungevelscheter grau. Linde was er an dem griffe Und 
gar von dem sliife Sin varwe gescheiden; Sich endorfte ouch niht leiden Sin 
vadem, der was eben Kleine gespnnnen, dicke geweben Und üf den vadern ge- 
schorn Diu wolle, Iüter, üzerkorn. Dä. hate burre kleinen wert, Wan sie hate 
geunert Vil harte sinen lichten sehin, Da sie im nütze solde sin; 1m was ouch in 
der varwe niht Verbrennet sines libes iht, Da von er keinen tadel hette; An der 
bleiehe und an der sette Habe ez einen Inittern glanz; Von einem meile was ez 
ganz. Ze Gente worhte ez Adanz (Adans, Adam?)  Percev. 28637: Une 
esearlate teinte en gmine.  Rom. de Troie 18323: D'une chape de drap an 
greine, Onc si buens ne fu fet de laine.  Durinars 9141: A cele graut chape 
foree Qui de graine est enluminee. Cf. S. 266, Anm. 4. 
5) Gllil. Brito, Philippid. II. (Duchesne V, p. 111): 
Ipra eolorandis gens prudentissima lanis    
Insula, quae nitidis se niercatoribus ornat, (Druck: ornant) 
Regna coloratis illuminat extera pannis, 
Unde TEEPOYIDäLlItUI solidi, quibus illa superbit. 
 Enenkl, Fürstenbueh (Rauch, seript. rer. Austr.  262): Der ritter klayder 
musten sein Und auch der knappen von dem Rein, Von Yper und von Gente; 
(p. 331) Und trug zwo hosen von Pruehsel an. 
6) Parz. 588, 19: Ob den beden schürbrant, Von Arraze aldar gesamt. 
7) Parton. 5073: Canees de saie bien ate.  Iwein 131: Hosen von sei.  
Willeh. 196, 3: Mit guoten schuohen und hosen von sein.  Ich glaube, dass 
Amad. et Ydoine 1679 zu lesen ist: D'une saie (nicht soie) vermelle engraine, La 
millor qwonques fust de laine, Avoit cote. 
8) Saga cilicina de piJis caprarum facta, de quibus et ciJicia üunt, unde et 
quosdam pannos asperos sagias saiat dieimus. Gloss. Herrad. Graif 6, ß4_ 
9) Iwein 132: Seit von grau.  Wiga]. p. 41, 1: Des röten seites von der 
gran Truoc er einen rok an.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.