Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997763
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Velours. 
Zendäml. 
Unserem Sanimet entspricht der als Velours (velu) 1) genannte 
Stoff.  
Zendal (zindal, zindat; afr. cendal) ist ein leichter, dünner 
Seidenstoff, der meist zum Füttern der Gewänder verwendet wird. Er 
ist in allen Farben zu haben?) und wird auch aus dem Orient ge- 
bracht 3). Wolfram nennt (Parz. 377, 30) „ein Regenspurger zindal". 
Seidenzeuge werden sehr häufig besprochen, ohne dass die specielle 
Gattung des Gewebes angegeben ist. Farbige Seide 4), mit Figuren 
aus Gold und Silber gemustert 5), wird oft erwähnt und auch der 
"dras de soie a or battumi) wiederholt gedacht. Es liegt nahe, letztere 
Stoffe mit den von den Deutschen "genagelte Phelle" genannten Pracht- 
geweben zu identiliciren (s. oben S. 235): die Goldbleche Wurden mit 
Nägelchen auf der Seide festgehämmert; indessen kann auch Francis- 
que-Michel 7) wohl Recht haben, der vermuthet, dass man jenen Namen 
auf goldgestickte Kleider anwende, deren Goldfäden, ursprünglich 
rund, durch Hämmern breitgeschlagen worden sind. 
Wir sind in allen diesen Fragen nur auf Vermuthungen an- 
gewiesen, und unsere Kenntniss reicht bis jetzt noch lange nicht aus, 
einen bestimmten uns vorliegenden Seidenstoff als Samit, Purpur oder 
Triblat mit Sicherheit zu bezeichnen. Dass die von den Dichtern ge- 
1) PIISG de Pzunpehlne 3256: Velu alexandrin.  Andere Stellen citirt Fran- 
cisque-Michel am. n. O. I, 165. 
2) Herb. Troj. 8726: Rot und Wiz als ein swane Gel bla. zindat Ober die sate- 
wat.  Weisser Zendal: Herb. 'I'r0j. 10395.  Schwarzer Zendal: Herb. Troj. 5662: 
Ein banier er furte Von swarzelne zindate.  Rother Zendal: Herb. Troj. 11733. 
 Gute Frau 17 75: In einen zcndäl der was röt.  Lancel. I, 13'256: Men broechte 
11cm nuwe clederen 821.611 Gemaect von roeden sindale.  Grüner Zendul: Blancan- 
din 2307: La. cote fut d'un vert cendal.  Blauer Zendal: Frzmuendienst p. 219, 6. 
 Casus Monasterii Petrishusensis IV, 10: (1122) (Ians ei unum zendäth, ex quo 
ille 021131321111 feeit. 
3) Gaydon p. 19: Dou mental gris est Thiebzxus deffublez, De cendal d "Andre 
12m eouverture an ert.  Garin I, p. 95: De cendal de Can die.  Rom. de Ronee- 
vaux CCCXCII: Et le cendal qui fu fais en Nubie.  Alix. p. 130, 14: Cendaus 
de Rousie. Cf. Horn et Rimenhild 1580 (Ruissie). 
4) Kudr. 1373: Von wolkenbläween siden.  Percev. 3144: Mantel de soie taint 
an graine.  Erec 1342: De szuxliz eh de dras en grainne.  PßrCev- 411111 D0 
soie tout ovröe en graine." 
5) Percev. 24934: Dras de soie in or ovre; 21728: Drap de soie ä. flors (lku-genß, 
 Rom. de Troie 6207: De dms de seie de eolors Ovrez ä bestes et ä. flors Fu- 
rent vestu et aifuble.  Durmars 10115: Lors sunt doi chamberlain venu Qui 
devant Iui ont estendu -I- drap de soie bien ovre Verb 61? Vermeil eschequerre. 
6) Percev. 18796: Une vert porpre ä. or battue. e- Phü- Mousques 24194! De 
rices dras batus ä. or. Cf. Guill. de Palerne 672. 
7) A. a. O. II, 389, Amn. 4.
        

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