Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997720
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Purpur. 
aus bestimmten orientalischen Stoffen hergestellt, in Deutschland und 
England verkauft worden, und man hat den Namen des Kleides dann 
auf den Stoß" übertragen. Der Pliät ist in der Regel zweifarbig, blau 
mit Gold 1), roth und blau 2), roth und grün 3), weiss und roth 4), ge- 
wöhnlich noch mit Gold durchwirkt 5), und wird aus Griechenland 
oder dem Orient hergebracht"). 
Purpur ist ein Seidengewebe, das in allen möglichen Farben 
vorkommt 7). Das Charakteristische des Stoffes kann nur in der We- 
1) Troj. 7464: In einen bläwen 131m, Der schoene was geslouiet, Da waren in 
getroufet Von golde tropfen cleine, Die glizzen alze reine Üz dem rilichen tuoche 
blä; (7472) Sus hete sich gemenget Ze blänver siden rötez golt; (7476) Nie purper 
alsö kostbaerlich Wart keines menschen bilde kunt; (7481) Jcnsit dem iner was 
er geweben. 
2) Apollonius 542: Sin kursit was ein pliät, D5, den rehte site stät, Daz ist 
röt unde pla Gemischet undr einander da. 
3) Turnei von Nantheiz 334: Ein alsö richez wärpenkleit, Daz worhte man ze 
Kriechen; (338) Ez was ein rilieh laliät, Der zweier hande varwe erschein. Sich 
konde an im under ein R611 unde grüene mischen Und was dar üf enzwischen 
Zernaejet wol zam unde wilt. 
4) Troj. 20055: Si truoc von purper eine wat, Diu was der beste plyea, Den 
ie gesach kein ouge. Von golde tüsent beuge Niht möhten in vergolden 112m. 
Man sach in stotzen unde stirn Von golde an allen enden; (20064) In Indiz). 
der grözen Wart er gewürket und bereit; (20070) In worhte ein heideniseh ge- 
twerc; (20086) Sus endert er sich alle tage Und lie sieh zweier hande spelien: 
Ze siben ziten blanc gesehen Und ze siben ziten röt; (20102) Ouch waren löuber 
unde reben Dar üf genat mit golde frisch: Daz tier, der Vogel und der viseh 
Stuont üf dem tuoehe reine. 
5) HVF. Trist. 4480: Ir niantel Was ein bliant  gewant) Durehworht mit 
golde unt durehslagen. (Die Form plialt kommt bei Wolfraiu Parz. 235, 10; 
313, 11 und Cröne 29378 vor.) 
6) Vgl. Anm. 1. 3. 4. Aus Alexandrien kommen (Parton. 2297) der samit 
und der ciclat, Der purpur und der bliät, Der zendal und der baldekin.  Apol- 
lonius 18627: Ein roc, daz was ein pliat; Er was geworht ze Pahnät. Alsö heizct 
den stat in Mörenlant; 2224: Von Kurtis (Kurdistan?) ein plifrt.  Ottokar 
DCLII: Dar nach sand man weit Und in verrew lant Nach sogetanen ge- 
want, Des man ze Flandern vindet niht In so chostleicher angesicht: Als 
gewant seidiu (Druck: seidem), Czendel und paltekin (D12: 131atigen1), Sameyt und 
siglat, Phelle und plyat, Aehmartein und tueh von Tasme, Als man bringet uber 
see.  'l'r0_j. 33812: Den aller besten pliat, Den ie geworhte Sarazin. 
7) Troj. 27708: R00 unde mantel. hmte Von laurpur ieglichiu dir, Wiz, brim, 
röt, gel, grüen unde blä Diu kleider schöne glizzen.  Rom. de Troie 7791: La 
porpre neire.  Troj. 25780: Von purper swarz reht als ein kol Was sin Wapen- 
kleit gesniten.  Rother Purpur: Troj. 39309. 37271; Gimwkbin 20731 Üne porpre 
vermelle.  Grüner Purpur: 'l'r0j. 25514: Grüen als ein niuwebrochen cle Von pur. 
per was sin Wäpenkleit. Cf. 26229. 32441.  Gelber Purpur: Turnei 173; Cröne 
7759; Troj. 12084.  Blauer Purpur: Parton. 15135; Guill. de Palerne 5099: Lor 
porpres indes et vermeilles.
        

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