Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997702
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Drmnthnmnü. 
Kütvb]: 
Triblfmt. 
beiden Nuaneen sich in jener Zeit des meisten Beifalls erfreuten. Ge- 
webt wird er im Orient, in Alexaudrien 1), Bagdad 2), Persien, Palermoß). 
In Palermo hatte schon unter sarazenischer Herrschaft eine Seiden- 
Weberei bestanden 4); König Roger von Sicilien hatte dann 1146 griechi- 
sche WVeber dorthin verpflanzt 5) und im Königspalast das berühmte 
Hötel de Tiraz gegründet. Sammet von Lucca und Venedig erwähnt 
Saba Malaspina 1. VII, e. XI. Es giebt auch unechten Sillllltö). 
Drianthasme (Parz. 775, 4) und Driancasine (Eneit p. 249, 25) 
ist wohl dasselbe,  man würde annehmen können, dass das letztge- 
nannte Wort nur falsch gelesen worden sei, wenn der Reim (sarrazine) 
dies nicht verböte. Es entspricht dem pallium triacontasimum, das 
von Francisque-Michel genannt wird. 
Der von Heinrich von Veldeke allein erwähnte Steif „Käteblatin"7) 
kommt auch unter dem Namen "Catablattion" und "Catablatinum" 
vor (Francisque-Michel, I, 13; 362 Anm. 1). Der Namen hängt 
jedenfalls mit blatta zusammen; Blatta aber ist die Kermes-Schildlaus 3), 
also wird Blatinum ein Purpurstoff sein. Von Blatta abgeleitet ist 
dann wohl auch Triblathon (triblat), welches Wort ursprünglich 
ein dreimal in Purpur gefärbtes Gewebe bezeichnet. Indessen ver- 
stand man in jener-Zeit, nach dem Zeugniss des Petrus Damiani, 
308-13.  Grüner Samit: Dämantin 3320: Ein samit grüne alse ein gras. Cf. 
Meler. 3382. 5919. 5922; Apollonius 18177.  Blauer Samit: Mai u. Beafl. p. 40, 
29: Ein szunit läzürblä Verre bräht üz Persiä. Cf. Apollonius 18150.  Gelber 
Samit: Meler. 8150: Von einem samit der was gel. Cf. Cröne 10476; Troj. 39821; 
Tit. 3841.  Rom. de 1a. Charrette 506: Se couche sor un samit jaune.  Brauner 
Samit: Troj. 30832; Athis B 41.  Athis E 110: Ein underwebin brün szunit 
Mit golde deme rötin. 
1) Lanzel. 8862: Von Alexandrie Was der samit den si truogen an. 
2) Apollonius 18103: Was ein samit von Baldach Röt als ein röse von art. 
3) Alix. p. 19, 2: d'un sarnit de Palerne vermel ou ver menus. 
4) Bock, Liturg. Gewänder I, 34. 
5) Otto Frisingz, Gesta, Friderici I, 33: (1146) inde ad interiora Graeciae pro- 
gressi Corinthum, Thebas, Athenas antiqua. nobilitate celebres expugnant ac ma- 
xima ibidein praeda direpta opifices etiam, qui sericos pannos texere so- 
lent, 0b ignonainiain iinperatoris illius suique principis gloriain captivos dedu- 
cunt. Quos Rogerius in Palermo Siciliae metropoli colloeans artem illam texendi 
suos edoeere laraecepit, et ex hine predicta. ars illa prius a. Graecis tantum inter 
Christianes habita Romanis patere coepit ingeniis.  Vgl. die Vofrede VOR der 
Historia Siciliae des Hugo Falcanrlus bei Del Re, Cronisti sincroni L 232- 
6) Parz. 552, 12: samit pastart. 
7) Eneit p. 340, 13: Üf ein verblichen baldekin Ünd üf käteblatin. 
8) Blatta, vermiculus, qui e Chermes, ut Arabes vocant, et e cocco sanguinei 
coloris erumyiit. Ducange.
        

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