Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997694
Dimit. 
Premmit. 
Samit. 
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ist der Stoif noch mit eingewebten Goldornamenten verziert 1). 
Grüner und blauer Diasper kommen nur einmal vor 2). Ueberhaupt 
wird dieses Gewebe nicht häufig genannt 3); Wolfram scheint es gar 
nicht zu kennen. Auch dieser Stoff wird aus dem Orient gebracht 4). 
Dimit ist ein seidener, mit doppeltem Faden gewebter Stoff, 
dlrzwog; es kommt auch amitum, trimitum (Hugonis Falcandi Hist. 
Siciliae: Del Re, Cronisti sincroni l, 282) vor, indessen begegnen uns 
diese Ausdrücke nicht in den Poesien des Mittelalters. Der Dimit 
scheint in Deutschland 5) mehr als in Frankreich beliebt gewesen zu 
sein, da meines Wissens in französischen Gedichten seiner gar nicht 
gedacht wird. Er kommt schwarz Ü) und grün 7) vor. 
Fraglich. ist, wie „Premmit", das nur einmal (Wigam. 1'760) er- 
wähnt wird, erklärt werden kann. Jedenfalls ist auch 511'109, der Faden, 
in dem Worte enthalten. 
Aus sechsfadenstarkem Aufzuge ist der "Efoiruzog gewebt, der 
von den Dichtern so oft erwähnte Samit (fr. samit). Dieser Samit 
ist von dem Stoffe, den wir heute Sammet (Velours) nennen, wohl zu 
unterscheiden; es ist ein sehr starkes, festes Seidengewebe, das ge- 
wöhnlich mit Gold- oder Silberfäden brochirt istS), also dem später 
Brocat genannten Stoffe entspricht. Er kommt in verschiedenen 
Farben vor  gewöhnlich roth und grün, wie denn überhaupt diese 
1) Percev. 9483: Et fu d'un diaspre vestue Bldne  Hour d'or d'uevre menue. 
 Durmdrs 1898: D'un blaue dyaspre tot novel Estincele d'or arrabi. 
2) Percev. 21206: Ln. kioute pointe üsent MorD'un vert dyaspre ä bestes c1'01'. 
 Godefr. de Bouillon 15580: D'un diaspre dkmssur et d'or qui reflambie.  
3) Blaneandin 1208: Si fu (le eheval) covers d'un cier diaspre. Cf. Rom. de 
1a, Charrette 1200; Doon p. 238. 
4) Doon p. 29: Qui de diapre fu dez bons dras de Sulie.  Evec 97: S'0t 
cote d'un dyapre noble, Qui fu faiz en Constentenoble.  
 Wigam. 1761: Zendal, tymt und tylnit. 
G) Meler. 9297: Ein vil rieher samit, Noch swerzer dann ein tilnit. 
7) Wigal. p. 61, 9: Mit grüenem tymit was er" gekleit; p. 103, 2: Ein timit 
grüene dlsam ein gras Was gebunden am ein sper. 
S) Chans. d'Antioche VI, 6: Et un grand dromedaire cargie de dras (Targent, 
Smnit sont apele en eest nostre romant.  Percev. 25196: D'un bloi samit estoit 
vestue Ä llours d'or, estele d'argent; 34549: Un smnit ynde ä flors däxrgent.  
Chev. as  espees 5436: Et 0b une reube vestue De samit bloi ä. oiseles d'or. Cf. 
12243.  Percev. 34449: -j- rices samis de coulor; D'or i ot faite mainte flor. 
9) Weisser Szunit. Mel. 9683: sin decke ein wizer samit. Cf. Reinfr. 8572. 
 Saba. Malaspina, Hist. IV, c. 6: cultris tectis de pianeavof?) saunito.  
Schwarzer Samit. Meler. 9261: Sin wäpenroc, sin kursit Was ein swarzer sa- 
mit, Mit golde von Kaukasas E1- vil wol gebildet was. Cf. Wigal. p. 271, 12,  
Rütller Samit. Meler. 5083; Cröne 7755; Wigzun. 1327. 1747; rösenröt: Troj. 
17 "
        

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