Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997657
Herkunft des Pfeller. 
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Marco Polo erwähnte Kambalu (in China) denken. In den (indischen) 
Kaukasus 1) verlegen die Dichter mit Vorliebe die Fabrication der 
von ihnen gerühmten Stoffe. Da sollten die Salamander die unver- 
brennlichen prächtigen Gewebe herstellen 2); auch die Amazonen 3) 
standen in dem Rufe, herrliche Stoffe zu weben. Lybien 4) galt den 
Dichtern als Ort der Seidenfabrication, sie rühmen auch den Paile 
Madian 5) (aus Medeah in Algier oder aus Midian?) und den von 
Melite (Malta?) 6). Ueberhaupt galt aller orientalischer Stoff 7) für 
ausgezeichnet; der Pfeller von Neuriente, den Wolfram (Parz. 375, 
14) preist, wird wohl von einem paile d'Orient herstammen, wie der 
König Antikote von einem rois dantiquite. Nicaea (Niques) fabri- 
cirte auch Pfellerg). Niniveh 9) ist dann wieder neben dem histo- 
rischen Otranto 10) ein viel genannter Stapelplatz für Steife. Pat- 
schar 11) könnte vielleicht Bassora bedeuten. Pavia wird auch als 
Herkunftsort des Pfellers genannt 12). Während Pelpiunteß) wieder 
räthselhaft bleibt, ist es klar, dass die öfters erwähnten russischen 14) 
und slavonischenm) Gewebe Stoffe bedeuten, die auf dem Landwege 
1) Wigal. p. 276, 29: Mit pfelle von Kaukasas. Vgl. Parz. 742, 2-4. 
2) Wigal. p. 191, 11w-22; Parz. 735, 25; Lohengr. 6525: Etlich pfelle der von 
keinem viure verpran, Si niuwent sich, swenn man sie heizet prennen; 6530: 
Pfell von Salomander.  Salomander pfelle ist Weiss, s. Tlitur. 1659. 2965. 
3) Troj. 3728: Ein wäpencleit von siden Het er dar über genomen, Daz was 
von einem lande komen, Dä. niht wenn megede inne lebent Und die besten 
pfeller webent, Die man üf erden ie gewan, Der samit als ein rose bmn In einem 
röten glaste. Vgl. 3756. 
4) Nib. Z. p. 66, 1: von pfelle üzer Libiä. 
5) Chans. d'Anti0che VIII, 39: d'un paile madian. 
6) Alixandre p. 512, 8: Le pale c'ot vestu, qui fu fais ä. Melite, Descire et 
desfeut que ne vaut -j- eapite. 
7) Alix. p. 68, 22: Pales d'Oriant. Cf. p. 368, 13.  Macaire p. 294: Si fo vesti 
d'un palie dßrient. 
8) Trist. (Fr. Michel) I, 196: Un drap de soie, ä, paile bis, Devant le tref au 
rois fu mis; Ovrez fu en bestes menuz, Sor Perbe vert fu estenduz. Li dras fu 
achate en Niques. 
9) Wigal. p. 272, 39: Pfeile von Ninive. Vgl. Parz. 306, 11.  
10) Aye d'Avignon p. 45: Paile d'Ortrentre.  Berte p. 16: D'un riche dmp 
(Toclgyente,  Perceval (ed. Potvin: Interpol. des Gerbert V, 195): Pale d'Otrente. 
11) Wigamur 1790: Seine claider warn geschnitten gar Ausz ainem pfell von 
Patsehar.  
12) Gaydon p. 258: Pailes de Pavie.  Rom. de Roncevaux CCCLXVIH: un 
paile de Pavie. Li dus Girars Pacheta. en Hongrie. 
13) Parz. 708, 29: Mit pfell von Cynidunte Und bräht von Pelpiunte. 
14) Alix. p. 68, 2: Pales de Rosie; 509, 30: La cote fu de soie de Puevre de 
Rousie.  Auberi p. 102, 31: Paile de Rousie. 
15) Alix. p. 17, 2: Pale esclavon.
        

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