Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997542
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Kleider der 
Bauern. 
endlich wurden auch noch gar zum Tanze Sporen angelegt, an denen 
Schellen lustig klangen 1), wenn auch leicht ein Mädchen sich an ihnen 
verletzen konnte 2). Mit den Vornehmen theilten die Bauern die Lieb- 
haberei für die Schellen; ein rechter eleganter Staatsrock musste 
Ä W mit vielen Schellen benäht sein 3). 
M  Wenn der Stutzer dann zum Tanze 
 (I) fiiii 225{Äruiäctafllufiäielaiifn 
 4 l ä  Neid 311er anderen Burschen zd er- 
b xx kg  X!  regen, die nicht so schön gekleidet, 
l i  vielleicht in altväterischer Tracht 5), 
ä   f, dem Feste beiwohnten. Unwider- 
 K?   stehlich ist er, wenn er gar in vol- 
Xxxi"  l)?   ler Rüstung zum Tanze sich ein- 
   l w    
712-" X)   stellt; den Rittern fiel es nicht ein, 
E K? J   im Eisenharnisch mit dem Helm 
b    _ auf dem Haupte zum Tanze zu gehen, 
Fig. 69. Miniatur derPariserMinnesinger- aber der Bauer: dem? wie wir ge' 
Hßndsßlgigä Weiss- sehen, so lange das Tragen der 
Waffen untersagt gewesen war, kam 
sich selbst erst recht schön und bedeutend vor, wenn er vom Fusse 
bis auf den Kopf gewappnet war; bei den unvermeidlichen Schlägereien 
war ein fester Stahlhut, ein starkes Wamms immerhin ein leidlicher 
Sqhutz 6) (Fig. 69). 
1) Nith. LXXII, 5 (HMS. III, 5): Die sporen strikt er umb den vuoz, Die hien- 
gen voller Schellen; LXXXV, 8 (ib. III, 246): Klingelohte sporn die tregt mir 
Vridebreht ze lide. 
2) Nith. I, 9 (ih. II, 99): Si trat an den sporn, Des ist ir der vnoz gesworn 
Daz si niht getanzen mak. 
3) I-Ielmbr. 203: Dä. der ermel an daz muoder gäb, Al umb und umbe was 
diu nah Behangen wol mit Schellen, Die hört] man lüt erhellen, Wen er an dem 
reijen sprank, Den wiben ez durch diu ören klaue. 
4) Renner 1617: Seht, herre, er treit sin erstez swert Und hat einen hohen 
hut Und zwen hantsehuohe, daz ist guot; Er singet den meiden allen vor Ze 
tanze. 
5) Nith. LXXVI, 4 (HMS. II, 238): D0 stuont vil manik vilzgebur.  Titur. 
4821: Wer ich ein beltz geboure. 
6) Goeli I, 3 (HMS. II, 78): Slach diu stahel bizen dar, DßZ die  hllete uf 
köpfe erhellen; III, 2 (ib. II, 80): Mit sinem hiubel huote.  Nith. I, 11 (ib. II, 
100): Nemet sin dar under war. Ir sehet in an dem kragen Einen grozen bolster 
tragen, Da lit isen inne und in dem wambeseh über al, Dar obe ein hirzes hut; 
H, 9 (ib. II, 101): Die da waren ime göu der meide vortenzel, Die tragent alle
        

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