Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997528
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Kleider der Bauern. 
Rothe, hohe Hüte 1) konnte man bei ihnen auch finden, mit 
Schnüren verziert i); sonst schmückten sie sich wie die Edelleute, im 
Sommer mit Blumenkränzen, und setzten im Winter einen Hut, der 
Schavernac genannt wurde, aufß). Die im Mhd. Wtb. vorgeschlagene 
Erklärung dieses Wortes scheint mir nicht annehmbar; ich werde bei 
Besprechung der Weine nochmals auf dasselbe zurückkommen und 
bemerke hier nur, dass ich Schavernac für den Namen eines Ortes 
im Orient halte, von dem sowohl die so genannten Weine als auch 
die Fagon der von den Bauernstutzern getragenen Hüte herrührten. 
Mützen aus feinem Pelzwerk konnte der wohlhabende Bauer sich auch 
wohl anschaffen 4). 
Feine Hemden gehörten zur Festtoilette der Bauern, auch sie wer- 
den angeschnürt und haben deshalb Schnürringlein 5). Nach der 
höfischen Mode sind die Röcke eng  die Aermel eng und lang, mit 
Pelz verbrämtl). Der Koller ist mit rothem Zwirn durchnähtt), da 
Bruststück und die Aermel mit Stickereien verziert"). Das Wamms 
(troie) ist aus farbigem Tuche zusammengestickt 10), und der Warkus 
aus blauem Tuche, den Helmbrecht trägt, auch eine Art Wannns 
(I gardacorsium), ist mit vergoldeten Knöpfen vom Gürtel bis zum Nacken 
benäht und vorn vom Gürtel bis zum Kinne mit silbernen; drei Kry- 
stallknöpfe schlossen den Busen, und das ganze Bruststück war mit 
1) Nith. LXXX, 5 (I-IMS. III, 244).  Renner 1618. 
2) Nith. CXXXII, 6 (ib. III, 812): Sin under zug des hutes der ist Iank; E1- 
tuot im vor den ougen mengen zwank; Er ist an siben snueren mit vasern woI 
durchsniogen. 
3) Nith. XXIII, 1 (ib. II, 116): Nu treit man den schavernak Vür die bluo- 
menhuete.  Mhd. Wtb. II1, 283. 
4) Nith. XL, 3 (ib. III, 220): Swer niht kluoge gürtel treit Und ein niuwe 
suffen kipfel klingen Und ein vehez aremuz (Iat. a.1mucium)ufsine1n har, Der hat 
vier teil kornes nie gewunnen. 
5) Helmbr. 125 ff.  Nith. CXII, 9 (ib. III, 257): Swie breit aber iuwer multer (2) 
sin, Diu da, gelwe schinet, unt diu ringelohte pfeit. 
ö) Nith. LXXXIV, 4 (ib. III, 249): Die tragent enge rokke nach dem hove 
site, Oesterrichsches tuoches. 
7) Nith. XCII, 7 (ib. III, 257): Enge ermel treit er, Iank, Vornen woI ge- 
brwmet, Üzen swarz und innen blank. 
8) Nith. VIII, 4 (ib. III, 191): ErmeI und mueder sint gesteppet; Mit rotem 
zwirn Sint diu im Gollier uf gereppet. 
9) Nith. IX, 5 (ib. III, 198): ViI der nadel runzen Hat des Enzemannes rok, 
Den er vire tages treit, Ermel unde buosen sint mit siden W01 benat. 
10) Nith. XIII, 5 (ib. II, 111): Harte wert Dunket er sich in siner niuwen troijen, 
Diu ist von kleinen vier unt zeinzik tuochen; Die ermel gent im üF die hant; 
Sin gewant S01 man an eime oeden kragen suochen.
        

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