Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997496
Zwerge, 
Gelehrten, 
Kaufleute, 
der Fleischer und Bauern. 
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Aber die Zwerge, die zur Hofhaltung gehören, werden ganz anstän- 
dig gekleidet, sie tragen gefältelte Hemden und Ueberröcke aus Seide, 
oder auch aus grünem Tuche, dazu den Schaprfin 1). 
Gelehrte, Schulmeister tragen eine pelzgefütterte ärmellose Kappe, 
einen Pelzhut auf dem Haupte und den Schaprün umgeschlungen2). 
Kaufleute kleiden sich in Wollenstoffe und tragen darüber Kappen 3). 
Ein herumziehender Schlächter hat einen Rock aus grauem Tuche, 
grobe Schuhe an die Füsse gebunden, am breiten Gürtel hängt ein 
Wetzstein und ein Schlachtmesser 4). 
Der Bauern Kleidung war nach der Kaiserchronik schon von Karl 
dem Grossen gesetzlich festgesetzt worden: sie sollen nur graue ä) oder 
schwarze Röcke tragen; rindslederne Schuhe; sieben Ellen grobes Tuch 
genügen zu Hemde und Bruoch; Keilstücke (gären) darf der Rock vorn 
und hinten gar nicht haben. Geht der Bauer Sonntags zur Kirche, so 
soll er bei Strafe kein Schwert bei sich tragen, sondern nur eine Gerte G). 
Apres chauce 1a chauceure Qui moult fu laide e aspre e dure; Puis s'afubla laiz 
e enpos D'une viez chape senz manjoz. Quant el chef out le chaperon E la 
panere e le baston E 1a verge e 1a macuette Pendue a1 001, 1a turluette, Riens 
ne sembla sos cel meins sage; 32805: Un pel tint en son col mult grant. 
1) Durmars 1782: Vestus de chemise ridee Et sorcof de soie a son point; 
10027: De Vers dras sunt li nain vesti, Si ont vers chaperons assi. 
2) Dolopath. p. 47: Assiz estoit(Virgi1e) en sa ehaiere; Une riche chape forree 
Sans manches avoit afublee Et s'ot en son chief un chapel Qui fu d'une moult 
riche pel, Tret ot arrier son chaperon. 
3) Aiol 9473: A loi de mareheant se sont tout -v- uestu De cotes bougerens 
et de capes de sus. 
4) Salom. u. Morolil" 3771 ff. 
5) Dies graue Tuch ist ungefärbter, im Hause gesponnener und gewebter 
Wollenstoff, Bauerntuch, wie es auch die Mönche und Einsiedler tragen. Als 
Perceval zum Eremiten kommt, bringt derselbe ihm zum Umziehen andre Kleider 
(Perc. 40302): Puis li balla. -j- vestement Gliset duns freres li aporte, ltel com 1a. 
brevis le porte; Sans graine fu et sans tainture. 
6) Kaiserchr. 14807: Nü wil ich iu sagen umbe den büman, Waz er nach der 
phahte solde an tragen. Ez si swarz oder grä, Niht andirs irloubete er da; Geren 
dä. in ebene: Daz gezimit sinem lebene; Sinen rinderin scuöch. Da mit ist des 
genuoe. Siben elne ze hemede unde ze bruoch, Rupiin tuoch. Ist der gäre binden 
oder vor, Sö hat er sin ewerc virlorn. Sehs tage bi dem phluoge Unde ander 
arbeit gnuoge: An dem sunnentage sol er ze kirchen gän, Den gart in der hant 
tragen. Wirt daz swert dar zuo ime vunden, Man sol in vuoren gebunden Zuo 
dem kirchzüne: Da habe man den gebären Unde slahe im hüt unde hat abe; 
Ob er aber viantsehaft trage, Sö were sich mit der gabeln. Daz reht sazt en 
der kunie Karl.  Vilzgebür: Renner 6024; 11395.'-' Tit. 4821: Wer ich ein beltz 
gebure.  Wilh. v. Wenden 461: Als er sin gebot volendet het Und nach gebüres
        

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