Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997487
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Kinder, 
Anzug der 
der Narren, 
Von dem Anzuge der Kinder Wissen wir sehr Wenig. Die Mutter 
des Perceval kleidet ihren Sohn in ein Hemd von grobem Hanfge- 
spinnst; Hosen und Bruoch sind aus einem Stücke geschnitten; dazu 
erhält er einen Rock und ein Schaprun mit Hirschfell verbramt, und 
an die Füsse legt er, da er in die weite Welt hinauswill, Gamaschen 
(revelins; mhd. ribbalin) l). Bei WVolfram ist gar Hemd und Bruoch 
aus einem groben Sacktuch geschnitten, und das übrige Bein bloss; 
die Gamaschen sind da von Kalbfell (Parz. 127, 1  Aber Frau 
Herzeloyde will ihrem Sohne die Abenteuerfahrt verleiden und hat 
ihm deshalb gewiss nicht einen standesgemässen Anzug gegeben. 
Sonst liebten schon damals die Mütter ihre Kinder, zumal ihre Töchter, 
herauszuputzen2). 
Die Narren haben schlechte abgetragene Kleider, mit närrischen 
Bildern benäht, und grobe Schuhe; einen Kolben führen sie in der Hand3). 
niwer huot.  HvF. Trist. 1121: Von gruenem fritschal ein tsehabrun Der lak 
da. bi dem garzun, Den begreif er schiere genuok, Über sin ahsel er in sluok; Sin 
rok was hübeschlich gesniten, W01 nach gendes boten siten, Von guotem samite 
rot; Der rok sich an der lenge bot niht verrer unz uf die knie. Des selben tuo- 
ches waren die Hosen, die der knappe truok, Rot sine schuoh und hübeseh ge- 
nuok; Des linden loubes ein schapel Het nf sin houbet der knappe snel Gesetzet 
harte stolzlich. Nach sinem stabe bukte sich Der weg muede sariant Und nain 
in in die zeswen hant, Den arm er von im strakte, Den stap der lmabe stakte 
Ein wenik in die erden Und stuont in den geberden, Als er antwürden solde, Ob 
man in fragen wolde. 
1) Perc. 1692: Et si Paparelle et atourne De kanevas grosse cemise Et braies 
faites a la guise De Gales ü Pen fet ensamble, Braies et cauces, ce me samble, 
Et si ot cote et caperon Clos de cuirs de cers environ; 1798: Uns revelins avoit 
es pies; 2352: Les revelins qu'il ot eaucies; 2357: Ma grosse cemise de keure. 
2) Berthold I, 416: Und alse sie (die vrouwen) als alt werdent, daz sie niht 
mer gehöverten mügen, danne sint sie sö sere verworren in den strik der höverte, 
daz sie sich dannoch niht (lrüz gerihten mügent; unde swaz sie mit in selber 
taten, daz tuont sie danne ir töhterlinen unde ir diehteriden. Die zepfelnt sie 
unde swenzelnt sie üf, sö sie dannoch küme vier jär alt sint, unde hebent sie 
danne mit in an unde tribent daz, unz daz ez sich verstet übels unde guotes. Und 
0b ez halt sleht Wolde sin, sö hat ez sin ane unde sin muoter bede lihte in der 
höhvart gewonheit bräht mit swenzeln, mit ermelehen und mit scheppelßhßn, 
daz ez üz der gewonheit niht enkumt unde sin danne an im selber zwirunt alse 
vil machet, sö mit fürspangen, sö mit vingerlinen, mit spwher rede unde mit 
spsehen gengen. 
3) HvF. Trist. 5130: Er hiez im ein toren kleit An der stete machen Von 
wunderlichen sachen: Ein rok seltsam getan, Und eine gugel daran Uz snoadem 
tuoche, daz was gra; Dar uf gesniten hie und da Narxenbilde uz roter Wat, Daz 
nie man gesehen hat S0 tcerisbh einen rok gestalt; 5142: Und nam einen kolben 
groz Und michel gnuok in sine hant.  Chron. des Ducs de Norm. II, 28526:
        

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