Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997421
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Schmucksachen. 
lümlsche 
camahieu) 1). Uebrigens Wusste man schon damals die Edelsteine aus 
Glas nachzuahmen; besonders das römische Glas Wurde zu diesem 
Zwecke verwendet 2), und in der That linden wir gar nicht selten an 
alten Kirchengeräthen unechte, aus Glas nachgebildete Steine zum 
Schmucke gebraucht. Auch die Goldfassung der Kleinodien ist nicht 
immer echt3); es galt zwar nicht als anständig, unechte Schmuck- 
sachen zu tragen, kam aber dessenuilgeachtet doch oft vor, da auch 
Unbemittelte, wenigstens scheinbar, mit ihrem Reichthume prunken 
wollten. War doch auch ein grosser Theil der prächtigen Kirchen- 
geräthe, z. B. alle die mit Grubenschmelz (email champleve) ge- 
schmückten Arbeiten aus vergoldetem Kupfer angefertigt. 
Junge Leute flechten sich im Sommer einen Blumenkranz 4) und 
schmückten damit ihr Haar, oder machten sich aus grünen Zweigen 
einen Schattenhut 5), sich gegen den Sonnenbrand zu schützen. Bei 
festlichen Gelegenheiten trugen sie ein aus Gold und Edelsteinen 
1) Troj. 3049: Und spien da vor ein fürspan, Da was ein trön erhaben an, 
Der hete cleiner bilde driu; Diu aller beste gamahiu Was daz selbe spengelin: 
Diu Minne was entworfen drin Üf ein gestüele höhe enbor; Zwei bilde knieten 
in dä. vor Reht als ein wip und als ein man, Diu beide crönte si dar an Mit ir 
handen wunnevar.  Willeh. 401, 8: A1 die Stein gainane Sint niht sö manegen 
ivis gesehen.  Ottokar v. Steier DOLIII: (an dem Rocke, den Wenzel II, von 
Böhmen 1297 bei seiner Krönung trug) Auch sach man stan Den edeln kaman, 
Den man vindet begarb In so inaniger varb.  Oleomades 17093: Ä sa cote -j- 
fermail avoit Qui moult tres grant chose valoit; Et avoit assis en inilieu Un tres 
1areeieus camahieu, Avironnes de dyainans Dont li plus petis estoit grans. 
2) Eracl. 856: Er sach dä, manic roeinisch glas, Ouch lac da manie edel stein; 
1960: Ein edel stein unde glas Gelichent einander dicke. 
3) M. Rumelant I, 8 (HMS. III, 53): Missink unde kopfer, Der das werket, 
Der ist ouch ein Immer klopfer; Doch so wird gemerket Missink bi dem golde, 
Swer daz prueben kam. Luter guldin smide Vürsten zieret; Herren brust niht er- 
Iide Kopfer, Wirt gewieret; Llissink meistei- solde Wichen baz hin dann. Die vür- 
sten sint des kopfers worden inne, WVie daz gemischet ist mit kalemine, Die tra- 
gent ez noch vür guot in inne sinne Gemischet valsch bi goldes liehtein sehine. 
4) Gaufr. de Belloloco Vita, S. Lud. XIII: Capellos de rosis sive alios quos- 
cumque nolebat quod (Iicti pueri sacris (Iiebus Veneris in capitibus deportarent. 
 Parz. 776, 6: D21 Streich manc ritter wol sin här, Dar üf bluominin schapel. 
5) HVF. Tiist. 6102: N11 hat" einen schate huot Von bluomen glanz und vin 
Gemachet der hübesche Kaedin Des morgens dort im hage. Den fuorif er ufe.  
Willeh. 377, 23: Stüeilde sö min muot, Ich möht ein loubinen huot W01 er- 
werben inme Slaehtshart, So der meie waere rehte bewart Mit touwe und süezem 
lufte.  Titurel 2384: Ein Ioubin hut gebunden ist niht grozze schade in einem 
forste. Cf. HvF. Trist. 1183.
        

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