Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997365
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Verschiedene andere Männerkleider. 
wird. Ebenso brauchen auch die Männer die Garnasch, die Kürse; 
beide sind Pelzkleider, die im Ncthfalle auch über einander ange- 
zogen werden 1). 
Der Bliaud ist wohl dem Rocke ziemlich ähnlich; bald lang, bald 
kurz geschnitten  wird er ebenfalls angeschnürt 3). Auch die Gonnecl) 
und Gonneles) werden wohl, ebenso wie der Kurzboltö), Kleider 
gewesen sein, die vielleicht nur durch den Schnitt etwas von dem ge- 
wöhnlichen Rocke abwichen. 
Eigenthümlich ist die Vorliebe für bunte Farbenzusammenstel- 
lungen. Rothe Mäntel zu grünen Unterkleidern, oder umgekehrt, wer- 
den häufig erwähnt. Aber auch ein und dasselbe Gewand wurde aus 
zwei verschieden gefärbten Stoffen gemacht, so dass dieselben mitten 
durch getheilt erschienen (mi-partif) (Fig. 63). 
Üeber den Rock und die zugehörigen Kleidungsstücke zog man, 
sobald man ausging oder ausritt, einen weiten, mit einer Kapuze ver- 
sehenen Mantel an, in den man sich bequem einhüllen konnte. Es 
ist dies die Kappes), wohl zu unterscheiden von dem Mantel ohne 
Kapuze, dem einfachen Mantel, der zum Hofkleide gehört, bei Gala- 
1) Parz. 588, 17: Unt eine gamasch miirderin, Des selben ein kürsenlin, Ob den 
bäden schürbrant Von Arraze aldar gesant.  Erec 282: Sö het der selbe (arme) 
altman Eine schäfkürsen an Und des selben üf einen huot.  Frauend. p. 539, 
11: Ich het an minen lip geleit Zwö hosen und dar zuo Linin kleit: Kürsen (am 
26. August) und mantel ich an truoc. 
2) Perc. 19029: D'un samit vennel laceis Ä -ii_j- boutons d'or g-ieteis Estoit li 
bliaus qu'il vesti; Ains mais ausi rice ne vi, Qou saeies bien en -j- tresor. Panni 
les las des boutons d'or Pzu-oient biestes et oisiaus. 
3) Chans. dläntioche V, 15: I1 ot mantel de paile, bliaut de porpre Tir, Can- 
ches de siglaton, blanches com flor de lis.  Parton. 6272: Bliaus de soie et cors 
et lons.  Aiol 3720: Les bliaus trainans iusques as pies. 
4) Alix. p. 160, 16: Haubers ne li valu nient plus qu'une gonne. 
5) Gerard de Rossillon p. 372: lilont-li vestir gonele et chaperon. 
6) Eracl. 2243: Sin kurzebolt. 
7) Troj. 2930: Si (diu wät) was geteilet und gesniten Z'ein ander von zwein 
tuochen rich, Diu beidiu Wären ungelich An schine und an varwe (d. h. aus Cye- 
lät und violfzvrbenem Purpur).  Perc. 20929: Cil avoit un porpoint vestu D'un 
cier samit ä or batu Et d'un siglaton mi-parti; 20935: Trop li sieh bien cis auque- 
tons.  Der Au queton scheint ein mit Baumwolle wattirtes Gewand gewesen 
zu sein. Perc. 23749: Si re1nest en -j- auqueton Porpoint d'un vermel siglaton. 
8) Fmuend. p. 248, 19: Ez fuort der ere gernde man Von Scharlach eine kap- 
pen an.  Phil. Mousques 19220: Li vois Felipres eevaueant Sor -j- ceval moult 
dm- trotant, Afuble d'une cape grise Qu'il ot fait tailler ä sa guise, Et d'unes grans 
hueses caueies, Uns esporons ot en ses pies.
        

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