Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997352
Prunkännel. 
Surköt. 
Sukkenie. 
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der Hände vor und nach dem Essen, waren diese Aermel sehr 
unbequem; wollte man sie nicht nassmachen, so musste man sie 
sich halten lassen. Diesen Dienst erwies natürlich nur der geringere 
Mann dem Höherstehenden, und daraus erklärt es sich, dass in der 
im Roman des sept sages erzählten Geschichte ein Vater sehr zornig 
wird, als sein Sohn ihm erzählt, er habe geträumt, sein Vater werde 
sich noch einmal geehrt fühlen, ihm beim Waschen die Aermel zu 
halten 1). Durch Wunderbare Geschicke Wird der Sohn in der That 
Kaiser, und sein Vater, der ihn nicht erkennt, drängt sich zu der 
Ehre, dem Kaiser jenen Dienst zu erweisen?) Um den Oberarm 
waren die Aermel, wie die der Damen, eng und fest angeschnürt 3); 
erst am Handgelenk erweiterten sie sich und hingen nun lang bis 
auf die Füsse herab. Natürlich konnte sich ein solcher Elegant nur 
gezwungen bewegen; wenn man daher die Arme brauchen wollte, 
zum Beispiel jagen ging, dann schnürte man die Aermel auf und liess 
sie erst nach Beendigung der Jagd wieder zuschnüren 4). 
War es kalt, so zog man über den Rock den Surköt an 5), den 
man auch zum Neglige wohl nur über das blosse Hemd streifte G); er 
ist immer mit Pelz gefüttert 7). Ein anderes Ueberkleid ist die Suk- 
kenie S), die, wie von den Frauen, so auch von den Männern getragen 
1) 4709: Que ie vous laissaisse tenir Mes manches, quant devrai laver. 
2) 4968: Au roi volt ses manches tenir. 
3) Rom. de la Rose 2156: Et si dois ta robe taillier Ä tel qui sache bien 
taillier Et face bien säans les laointes Et les manches joigixans et cointes. 
4) Guill. de Dole (Romv. p. 583, 21): Quant il furent leve vers tierce Par le 
bois vont joer grant piece, Toz deschaus, manches descousues; 34: Aincois qu'il 
cousissent 1or manches Levent lor 0'1'Is et lor biaus vis. Les puceles ce nfest avis 
Lor atornent 1:11 de filieres Qu'e1es ont en lor aumosnieres. 
5) Ohev. as -ij- espees 2675: Nul sercot uestir ne uoloit Car point de froit, ce 
dist, navoit. 
6) Chev. as -ij- espees 8646: et ot uiestu Desor 1a chemise -j- sercot De Rene- 
bors.  Chev. au lyon 5418: A vestii- desor 1a chemise Li a baillie un nuef 
sorcot.  H. Elis. 385: Er hatte linen kleider an: Dar uber warf der reine man 
Einen blözen surköt.  Ann. Cohn. maj. 1298: Venerabilis dominus de Liechtin- 
berg, Argentinensis episcolaus, fecerat hoc anno festum Sancti Michaelis milites, 
quos omnes vestivit ad minus triplici vestimento, scilicet tunica preciosa, surgo- 
tum cum nobili vario, su chornam cum vario preeioso. 
7) Walewein 978: Die coninc adde ten selven tidenDoen maken een surcoot: Het 
was scarlakijn root- Met ermenien uut ghewrocht.  Cröne 6926: Diu Wirtin Ainurelle 
Sande im ein surköt; 6930: Daz was von grözer richeit Von mader und von violat. 
8) H. Georg 1661: Den mantel lies he vallen Und die suckeny alsam.  
Troj. 2964: R00 unde suggenie truoc Paris.  Frauend. p. 34T, 18: Ein suckeni 
gab si mir an Diu was von einem laaltekin. 
Sehultz, höf. Leben. I. 15
        

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