Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997343
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Rock. 
Prunkärmel. 
die auf Botschaften ausgeschickt wurden, reichte der Rock nur bis 
aus Knie 1). Die reichen Falten des Rockes wurden dadurch erzielt, 
dass man an dem unteren Theile desselben, vom Gürtel abwärts Keil- 
stücke (gären) einsetzte und ihn so erweiterte 2). Am Oberkörper 
wurde er durch Schnüren fest angepresst 3); für besonders elegant 
scheint es gegolten zu haben, wenn man, statt seidene Schnüre zu 
verwenden, mit kleinen Agrefen das Kleid zusamn1enhielt4). 
Die Männer machten die Mode der langen Aermel gleichfalls mit 5), 
die an den Rock mit Schnüren befestigt wurden ü). Beim Waschen 
1) HVF. Trist. 1175: Sin rok was hübeschlich gesniten Wol nach gendes bo- 
ten siten Von guotem samite rot; Der rok sich an der lenge bot Niht verrer unz 
uf diu knie. (S. Fig. 38.) 
2) Vgl. Mhd. Wtb. I, 499.  Nib. Z. p. 108, 2: Waz golt varwer gären ir m- 
gesinde truoc.  Wilh. von Wenden 1995: Doch beidenthalp der fürste reiz Gegen 
siner siten keren Üz dem rocke einen gären.  Percev. 22986: N'i ot gieren ne 
kieveeaille En la. cote qu'il ot viestue (le varlet). 
3) Nib. Z. p. 283, 4: Dö nwten sich die recken in alsö guot gewant.  Wigal. 
p. 22, 30: Ein juncfrouwe in dö naete In einen rok pfellixi.  Herz. Ernst 3038: 
Ir kleider wären sidin, Diu sie an ir libe hüten, Mit liehten goltdräten Was er 
genät vil spaehe, Mit berlin vil waehe Geworht hin nider an diu bein.  Rom. de 
R011 7037: Ä cel tems zweient granz manches Et vesteient kemises blanches; Pur 
li flanc ä lacs sestreneient E draz bien trainanz feseient. 
4) Troj. 2964: Roc unde suggenie truoc Päris der küniclichen wät, Diu niht 
zein ander doch genät YVas mit vademen sidin. Dä. die nsete solten ein, Dä wären 
eleiniu fürspan Üz golde, wunneclichen an Geheftet und gespenget. Daz cleit an 
in getwenget Stuont oberthalp den gären Und. was näch vollen ären Niderthalben 
alsö wit, Daz er sich möhte bi der zit Dar inne WOl verwalten. Man sach dä 
vremder valten Ein wunder umb in swenken. Diu wät zuo den gelenken Stuont 
wol näch im geschrsemet. Bestellet und gebraemet Mit schinäte was daz cleit, 
Den man üz einer hiute sneit, Die truoc ein visch von wilder zirt. 
5) Ordericus Vitalis l. VIII, c. 10 (die Normannen um 1090): Prolixis nimiunl- 
que strictis camisiis indui tunicisqrle gaudebant    humum quoque pulverulen- 
tum interularum ebpallioruln superlluo surmate (sigma 2 Schleppe) verrunt, lon- 
gis latisque manicis ad omnia, fecienda manus operiunt et Vhis superfluitatibus 
onusti celeriter ambulare vel aliquid utiliter operari vix possunt.  Athis D 106: 
Dö si heten sich geseuot Und in ermiln wol virnetin Sich gevangin hetin, Üf ir 
phert sie säzin.  Tit. 1505: Dar in mit in da, nete die arm W0l ze priSe. Mit 
leininer wete wart sin vor vergezzen nihteso lise.  Chev. an lyon 5412: Chemise 
ridee li tret Fors de sön cofre et braies blanches Et ül et aguille a. ses manches, 
Si li vest et ses braz li cost.  Guill. de Palerne 7933: Les puceles es Cors deu- 
gies Li ont les deux biax bras lacies.  Ottokar CCLXXI: Wendt ich von schar- 
laeh So Weit ermel mach, Daz si mir gend auf den sehuch. 
6) Flamenca. 2225: Guillenls lava, pois si eusi Las margas mout cortesamen 
Ab nn" aguilleta dnrgent.  Rom. de la. Rose 90: Chauqai-moi et mes mains 
lavai. Lors trais une aguille dktrgent D'un aguilliei- mignot et geht, Si pris Paguille 
ä. enfiler; 98: Cousant m2. manche ä. videle M'en alai tot seus esbatant.
        

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