Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997306
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Hosen. 
Schuhe. 
sah  Aehnlich müssen auch die Hosen beschaffen gewesen sein, die 
im Herzog Ernst beschrieben werden, nur scheinen hier die ausge- 
schnittenen Stellen mit Leinwand unterlegt, so dass nicht sogleich 
die blosse Haut durchscheint 2). Jedenfalls wurden sie von den Mode- 
herren nur in den Sommermonaten angelegt, wann andere Ritter der 
Hitze wegen ganz ohne Hosen gingen und ritten 3). Von den Hosen 
(cauces) werden dann die Strümpfe (tibialia, afr. tivius) ausdrück- 
lich unterschieden; letztere sind wahrscheinlich kürzer und deshalb 
bequemer4). Tibialien unserer Zeit aus gemustertem Rothseiden- 
Steif finden sich unter den deutschen Reichskleinodien (Mitth. H, 86); 
eine leinene gemusterte Hose aus der Kirche zu Delemont bildet 
Quicherat (Costnme 155) ab. 
Zur Fussbekleidung bediente man sich der Schuheä), die am 
kostbarsten aus Corduan-Leder gearbeitet wurdenö). Sie waren oft 
gestickt 7) und entweder zum Zuschnüren S) oder zum Zuknöpfen 9) 
1) Oröne 3709: Zwö hosen durchsniten Vuorte er von rötem Scharlach, Da 
man diu bein durch sach.  Elie de Saint-Gille sagt zu seinem Sohne Aiol (Aiol 
8274): Cuidies vous, faus lechiere, fel glous desmesures Por vos cauces percies 
et por vos pains solers Et POT vos blons cavex Aque faites cordouner, Vous soies 
riches hon et je musars clames?  Chevalier as  espees 11874: Et chascuns 
(Pans cauches avoit D'une soie, noires ouvrees D'une vermeille et detrenchies.  
Caesarius Heisterbac. IV, 15: Superbia vero sie in eis (Christianis) regnavit, ut 
excogitare non sufiicerent, quali modo vestimenta sua inciderent, stringerent at- 
que cultellarent. Idem dico de calceamentis. 
2) Hz. Ernst 2998: Die sahen sie tragen an Zwei vil richer hemde Von siden 
vil fremde, W01 durchleit und genab. Zwäne rocke t-ribelät Die herren truogen 
dar obe. Die kleider stuonden w01 ze lobe. Ir beider hosen üz gesniten, Zer- 
houwen w01 nach hübeschen siten, Dar über manic goltdrat, Dä durch schein diu 
linwät Wizer danne kein sne. 
3) Du chevalier ä, 1a rohe vermeille 34; Montez est sur son palefi-oi, Ses espe- 
rons dorez chauciez, Mes por le chaut ert deschauciez. 
4) Perc. 20866: Ses braies cauce et nient plus. Entor ses jambes {ist loier 
Les tivius pour estre legier. 
5) Auberis (Romv. 232, 10): solers por chaucier. 
6) Gr. Wolfdietr. 1390: Die Schuhe von Kurdwane.  Aiol 10286: Le corde- 
uan soller.  J ourdains de Blaivies 1495: Sollers de cordoant.  Blancandin 3636: 
Et saulers pains de cordoan. 
7) Aiol 9825: Sollers a or ovres.  Gerard de Rossillon p. 313: Sollars ver- 
melz a fiors resplendisan.  Gauvain 1816: Cil fait saulleii et cil les paixit. 
8) Rom. de 1a Rose 830: Ohaucies refu par mestrise DWIRS SOIQTS (WCQPÖS 5b 
las; 2160: Sollers a las.  Auberis (Romv. 229, 2): Soslers lacis.  Durmars 6528: 
Et solers trancies laceis.  Renner 22712: Prischuhe.  H. Elisab. 3212: But- 
schuhe (buntschuohe?) an der herre stiez. 
9) Renaus de Montauban p. 96, 12: Solers botones.
        

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