Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997298
Hose. 
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wie ein Reisender in einem Hause gastfreie Aufnahme findet und ver- 
geblich gebeten Wird, den durchschwitzten Rock abzulegen. Da lässt 
der Wirth ihm unversehens den Rock von seinem Knechte ausziehen 
und nun sitzt der Gast plötzlich vor den  
Frauen  „Reht als ein beschelter stok  
Äne bruoch und ane hemde".  
Der Unterschenkel war von der nl-lose"  
bedeckt, die etwa einem hohen Strunipfe  
glich und mit Nesteln an dem Gurt der  
Bruoch befestigt wurde 1) (Fig. 62). Gewöhn- 4x  
lieh sind die Hosen aus Wollenstoff: Sei?)  
oder Scharlach 3), doch wurden sie auch aus (Kill    
Seidenzeug 4) angefertigt. Die Hosen mussten 53,.  
dicht anliegen 5), damit die Schönheit der f; 
Beines recht zur Geltung kam; aber das galt  
den Frommen schon für hoflärtig, und die 
stricta calciamenta wurden wenigstens den  
Mönchen untersagt (Caes. Heisterbac. IV, 12. fjjgjiäuf  
13). Manchmal waren sie auch noch ausge- bßYß- (Nach H- Wßißs, 905mm- 
schnitten, so dass man die Haut durchblinken kann) 
1) Parz. 723, 29: Swaz man da kniender schenken sach, Ir deheim diu hosen- 
nesbel brach: Ez waren meide.  Seifried Helbling sagt von einem Manne, der 
einen sehr kurzen Rock trägt (I, 240): Vor gent die hosenestel für.  Blancandin 
175: Ainc a seS eauces 11'019 coroie Ses braiels qui estoit de soie.  Amadas et 
Ydoine 3769: D'unes cauces bien deeaupees De noir et de vennel bendees, Mult 
bien seantes a son voel, Si 01; lasnieres ou braioel, Qui n'estoit pas povre ne vis 
D'or et de soie mout soutis. 
2) Iwein 3455: zwei Schuohe und hosen von sei.  Parton. 5071: Puis a estroit 
et bien caucies Ses beles gambes et ses pies De cauees de saie bien ate.  
Eustache 1e moine 807: De Bruges en Flandre venoie Cauches de saie en apor- 
toie.  Flamenca 2210: Caussas de saia non eaussera. 
3) Parz. 168, 5: Seharlachens hosen röt man Streich An in, dem e11en nie ge- 
sweich. Avoy wie stuonden siniu bein.  Lanz. 8872: Scharlät was ir beinwat.  
Lohengr. 863: Zwö scharlachs hosen an siniu bein man schuohte. 
4) Gr. Wolfdietr. 1390: Die hosen pfellorin.  Erec 99: Ohauces ot d'un paile 
chanciäs,  Auberis li Borgignons (Romv. 232, 10): Chauses de paile. Cf. Aiol 
9825.  Renaus de Montauban p. 96, 12: Et ehauces de brun paile. Cf. Blancan- 
din 169.  Durmars 979: Chauees avoit d'un noir samis. Cf. 6527.  Guill. d'Orenge 
III, 77: Chauees de soie.  Chans. düäntioche V, 16: Oauches de siglaton, blan- 
ches cum 11m de Es,  Pero. 2794: Et eauces taintes en bresil.  Frauendienst 
p. 278, 30: Er het an siniu beide bein Zwö swarze hosen guot geleit.  
5) Gregorius 3226: Mit W01 gesehornenl harte In allen wis W01 getan, Als er 
ze tanze gglde gän M11; so gelimter beinwät, S6 si zer werlde beste stat.  Auberi 
li Borgignons (Romv, 231, 21); Si vos ferai estroitelnent chaucier.
        

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