Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997254
Geflochtene Bärte. 
215 
Zopfdecoration haben (Anz. 1866, Abb. z. S. 368). Die Sitte, Zöpfe 
und Zopfkapseln zu tragen, scheint daher schon im 13. Jahrhundert 
üblich gewesen zu sein. 
Nicht minder eigenthümlich War die Sitte, W  
den bis über die Brust herabwallendeii Bart 1)  
wie das Haupthaar in einzelne Strähnen und 11'. triliilhi 
   '11.   
Zöpfe zu flechten und dieselben mit Goldfäden 1'"  
etc. zu uniwinden 2); die Spitzen des Sclinurr- 1.1  ll1iiilßlliilü11iz 
 .1 fv .11 Y111eil111 
barteswurden iinNacken zusanimeiigebundenß).    
   111'191"  1 W   
In dem Gedichte "De saint Pierre et du äwvägßknyu,  
J ongleor" wird der h. Petrus beschrieben: Ä _ i;  
.,barbe ot noire, grenons treciez" (132). .1"   
  v.    
Den in Strähnen geordneten Bart zeigt  IQ, ,  111111111111): .125?) 
z. B. eine Sculptur ani Stadthause zu Saint-  x Abi-All 
Antonin (abgeb. Violet-Le-Duc, Dict. de  11'111" 1.11;Q11"" 111 
TArch. VIII, 116), die etwa um 1150 entstan-   Ü) X.l11,"1 
  .111  Im. 1 1x1,  
den sein mag; an die Mode, den Schnurrbart .111); 1.11. 11I1Ä1X1A:S'1 
     1' 11'   "V  5h H, t" 
zusanimenzubinden, erinnert die Sculptur an  91,11.  1.? 71,1 
einem Capitell der Klosterkirche zu Drübeck, 1',  1 11'1lll111i1i1. 
 21111.      
1) Troj. 4538: Har unde bart iin waren gris Und  i   11    J   
hiengen üf den gürtel sin.  Blancandin 2252: De- j."  111." Q1151  i 11, 11 
vant sa tor säoit 1i rois. 11ot1a barbe et les grenons '11 11   i." i, i?!    11a 
Jusqwas orelles grans et lons.  ' y 1111  111  l, 1'  11' 
2) Cröne 6878: An bart und an liäre: Diu zwei 111'111   15' I.   X111 
hate zwäre Ein grzewe übergangen, Diu was aber  i!     
bevangen Mit reit zierer wize, Die hätte er mit vlize 1111i     il 
Ze strenen gewunden Und mit golde gebunden.  1'" 11.111111; 41..   
Kudr. 341: Sin (Wates) bai-t was im breit, Sin liär    i  {(795  
was im bewunden mit borten den vil guoten; 355: 11'  m!    
  11  "1"  
11. (Wates und Fruotes) beider grise locke sach man X1 .1 11 1a 1-. 1-  
in golt gewunden.  Wigal. p. 61, 3: Des hat was 11111  {E 1   1 
swarz alsani ein kol, Ieslich loc bewunden wol Mit   (1111 W   11 
siden und mit golde; p. 182, 26: Des huoten zwäne M   
riter da: Die wären beide von alter gra, Baz denne   
hundert jär alt. lr härte waren wol gestalt, Lanc, dik, i" 
ze inazen breit. Ir hat geflohten unde reit, Mit borten Fig- 60- Chlom I'_ Statue 
W01 bewunden.  Dolopathos p. 165: Et s'0t 1a barbe alzaflfrät:  3313418" 
blanche et bele -I- espan desouz 1a mamele Et fu (Ende des Q Jahrhnääjj) 
treciez a une treke. Vgl. p. 223. 
3) Gui de Bourgogne p. 37: Sa (Nayines de Baiviere) barbe li baloie jusdau 
neu du braier, Par desour les oreilles ot les guernons trecies. Derier el liaterel 
gentement atachies (cf. p. 88); Mult iesamble bien prince qui terre ait a baillier; 
p. eß: Sa barbe (de Charleinagne) 11 baloie Jusdau neu du brayer Par desus les 
oreilles ot les grenons treciez Et le baston d'or {in el haterel lacie.
        

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