Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997236
Fächer. 
Baldachine. 
Tracht der Männer. 
Frisur. 
213 
von ihren Dienerinnen mit Solchen Kühlung zuwehen. Es scheint 
dies wenigstens aus Guill. d'Orenge III, 664 hervorzugehen 1). 
Zum Schutze gegen die Sonne gingen fürstliche Personen bei 
grossen Festaufzügen unter einem Trag-Himm elß). Es bestand der- 
selbe aus einem Dache von kostbarem Seidenstoff, das mit vier in den 
Ecken befestigten Stangen von den Dienern über dem Haupte der 
erlauchten Damen oder Herren getragen wurde 3). Von dem gewöhn- 
lich zu diesem Zwecke benutzten SeidenstoHe "baldekin" hat später 
der ganze Traghilnmel den Namen Baldachin erhalten. 
Die Männer pflegten ihr Haar nicht minder sorgfältig als die 
Damen. Gewöhnlich trug man es lang herabwallendrl). Schon Orde- 
ricus Vitalis tadelt die Mode der Normannen, das Haupthaar so lang 
"wachsen zu lassen und es künstlich mit Brenneisen zu kräuseln  
Das Haar wurde gescheitelt und gewöhnlich wohl nicht in der 
Mitte  sondern mehr zur Seite. Zuweilen sind Damen so ge- 
1) Et Rosiane, 1a niece Rubiant, Le vent li {ist ü. un platel (Pargent. 
2) Ottokar DLXXVII: Von edlen tuch chlar Ein hyml auf vir Stangen Über- 
guldet langen Furten vier getwerkch.  Apollonius 18786: Ouf den himel Wart 
getragen Peide purpur und samit. 
3) Parz. 683, 19: Ein pfelle gap kostliehen pris, Geworht in Ecidemonis, Bei- 
diu breit unde lanc, Höhe 0b im durch scliate swanc, An zwelf schefte genomn; 
687, 21: Der künec was gewäpent nuo. Zwelf juncfrouwen Igriffen zuo Üf schoenen 
runziden: Diene solden daz niht miden, Diu clare geselleschaft, Ieslichiu het an 
einen Schaft Den tiwern pfelle genonin, Dar unde der künec wolde komn: Den 
fuorten si durch schate dan Ob dem stritgernclen man.  Tit. 2799: Durch richeit 
lop da. gebende golt riche seidin lachen Furt man da hundert swebende 0b den 
hundert kunigen zu obedachen. Ie vier iuncherren eins an seheften vieren.  
UvdTüi-l. Willi. d. H. p. 11:2: N11 was von phellile ein riche dach Ober der kunin- 
gin und den vrowen.  S. Oswald 793: Ein pfeller, der was röt unde Wiz, Den 
truogens obe der künigin mit vliz; Swenne si zuo dem tische wolcle gän, Sö mu0s- 
ten sie den pheller obe ir han, Daz der wint noch der sunnen schin Niht ne 
möhte genahen der künigin.  Lancel. I, 13645: Daer waren -iiij- knapen tors toe, 
Die een sidijn cleet droegen doe Met -iiij- seachten boven hare. 
4) Gr. Wolfdietr. 8: Daz har was im reit gel und darzu fal; Ez swanc im 
über die ahseln über den gürtel hin ze tal. 
5) Ordericus Vitalis 1. VIII, c. 10: Capillos a vertiee in frontem discriniina- 
Inmt longosque crines veluti mulieres nutriebant et suminopere curabant   sin- 
cipite scalciati sunt ut fureS, Oßcipite autennproljxas nutriunt comas ut meretrices. 
Olim laoenitentes et capti a0 peregrini usualiter intonsi emnt, longasque barbas 
gestabaxit; indicio talj poenenitentiani seu captionem vel peregrinationem spectan- 
t-ibus praetendebant. Nune vero pene universi populares cerriti sunt et barbatuli, 
1aalam manifestantes speeimine tali, quod sordibus libidinis gaudent, ut foetentes 
hirci. Ciislaant crines calamistro ete; 1. VIII, c. 22: Militares viri mores pater- 
nos in vestitu et capillorum tonsura dereliquerunt, qnos paulo post burgenses et 
rustici et pene totum vulgus imitati sunt.  
6) Troj. 4534: Gescheitelt als ein frouwe Was der selbe wissage.
        

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