Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997213
Hüte. 
Toilette 
Damen. 
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hüte, die Männer wie Frauen trugen, waren mit den Spiegeln der 
Pfauenfedern belegt, gefüttert und mit Schnüren zum Festbinden 
versehen 1); sie wurden am besten in England gearbeitetz). Die 
Bauermädchen hatten Hüte aus Binsen 3). 
Gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts kam in Oesterreich 
die Mode auf, sehr breitkrempige Hüte zu tragen. Da dieselben den 
Anblick eines hübschen Gesichtes sehr erschwerten, fanden sie bei 
den Dichtern wenig Gnade 4). 
 Und nun wollen wir noch einen Blick in das Boudoir unserer 
Damen werfen. Man behauptete zwar, „eine schöne Frau ist schnell 
geputztm), aber in Wirklichkeit verwendete man viel Zeit und Mühe 
auf den Anzug. Chrestien de Troiesü) schildert uns die Toilette vor- 
nehmer Frauen sehr anschaulich: „Da hättet ihr in diesem Schlosse 
die Damen und die Jungfrauen, die Königin und die Mädchen sehen 
können, wie sie sich kämmten und putzten. Die eine liess ihr Haar 
flechten, die andere ihre Taille schnüren, die dritte sagte: "Schwester, 
bin ich so gut?" "Dir", erwiederte sie, „feh1t nichts, aber wie steht 
es mit mir?" Die vierte sagte: "Fräulein, bei Gottes Huld, bin ich 
heut gut gefärbt?" „Ja, besser als irgend jemand auf der Welt?" 
Und im Partonopeus giebt er uns die Fortsetzung: "Die Damen 
machten lange, ihren Putz anzulegen. Da gab es keine Falte an ihren 
Kleidern, die nicht ganz in Ordnung gebracht wurde. Sie sind eng 
gekleidet mit Borten von Gold und Silber, die von den Handgelenken 
bis auf die Hüften, die sie sehr schön und weiss haben, herab- 
reichen. Stehend ziehen sie sich an, schnüren sie sich und legen den 
 1) Meleranz 699: Bi dem bette hienc ein huot, Der was von lafäwen vedern 
guot, Mit golde W01 gezieret. Er was gefurrieret Mit einem pliät riche. Die snüere 
kostliche Von siden und von giilde Geworht, als si wolde. An der snuor wärn 
vier knöpfelin, Snmrac, saffir und rubin. Diu snuor was guot, ze rehte Ianc. 
2) Parz. 313, 10: Von Lunders einen lafeewin huot; 605, 10: Pfaewin von Sin- 
zester Ein lmot üf sime houbte was.  
3) Du prestre et d'Alison 10: Maint foiz avoit vendu auz A sa, fenestre et 
oignons Et chapeax bien ouvrez de jons, Qui ifestoient pas de mares. 
4) M. Johans Hadloup VIII, 1 (MSH. II, 283): Der site ist in Österrich Un- 
minneklieh, Daz sehoene vrouwen Tragent alle huete breit: Wan ir minneklichen 
var Mak man gar Selten geschouwen, so si ir huete hant uf geleit. 
5) Chast. de Couci 150: Gar belle dame est tost paree. 
6) Percev. 19595: Adont les veissies pinier Par cest castel etaplamier Lesdames 
et ces damoiseles, La roine et ses puceles. L'une faisoit son cief trecier Et l'autre 
son coste lacier; La tierce dist: „sour, suis-je bien?" „Ä vous, faiit-ele, ne faut rien, 
Et ä moi, colnent en est pris?" Li quarte si dist (l'autre part: „Da1noise1e, se 
Diex vous gart, Sui-jou ore bien eoulouräe?"  plus que riens qui seit nee." 
14'"
        

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