Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997172
Broschen. 
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Zum Zuheften der Halsöfnungen am Hemd und an den Oberkleideln 
bediente man sich der Spangen, die wahrscheinlich ähnlich wie die rö- 
mischen Fibulae, wie die Broschen unserer Damen mit einer Platte und 
einer federnden oder im Scharnier beweglichen Nadel construirt waren 
(Fig. 58). Die Nnsche ist wohl nur eine solche reich verzierte 
Heftnadel 1); der Fürspanz), die Bratscheii) 
weichen vielleicht in der Form ab, sind aber im 9 
übrigen ganz ähnliche Schmuckspangen. Diese i Ä jäh m, 
Broschen Waren zuweilen von ansehnlicher  
Grösse, eine Hand, eine Spanne breit 4). Auch   
ILS ist wohl mö lich' li all rdin m i t   
(1 g , (e a e gS es  
erst aus gothischer Zeit herrührenden  
Schliessen der Chorlnäintel, die Pectoralia, 9d  Q 
sind oft von gleicher Grösse, ebenfalls kunst-   "DA 
   Flg. a8. Gewandnadel des 
voll geschmiedet und mit Edelsteinen besetzt. Germanischen Museums zu 
Wirnt von Gravenberg schildert (Wigal. Nl""ba'g' 
p. 26, 6) einenFürspan, der aus einem bohnen- 
grossen Karfunkel besteht. In den Stein ist Gott Amor eingegraben, 
der in der Linken einen goldnen Pfeil, in der Rechten einen Feuer- 
brand hält. Vielleicht dachte der Dichter an ein antikes Intaglio, 
1) Annolied 64T: So dede imi Got also dir goltsmid düt; Sor wirkin willit 
eine nuschin güt; Diz golt siudit her" in eimi viure, Mit wehim werki düt her 
si tiure, Mit wierin also cleinin Wole slift her die goltstehie, Mit maniger slahtiu 
gigerwe Gewinnit er in die variwe.  E11. p. 37, 3: Zwene beuge und ein vinger- 
lin und ein nusken guldin; p. 50, 8: Die nusken und die bougen.  Lanz. 5612: 
Nuschen, bouge, vingerlin, Der gewan si üz der mäze vil.  Flmnenca 5989: 
Poissas lur donet per lausenga, Cordas e frontuls e frezells, Noscas e fernmls e 
anells E botonetz plens de musquet.  Aye (PAvignon p. 12: Et noches o1; afiches. 
 Dolopathos p. 101: Noches d'or, pierres preeieuses Pendent im lor 00x large- 
inent.  Quicherat (Costume 181) erklärt die Nusches als Gehänge an dem Hals- 
schmuck; es geht dies aber nicht an, denn Lanz. 5989 heisst es ausdrücklich: „Dä 
enwas nieman ze stunde, Der ir (am Mantel) den nüschel kunde Gelegen wol zu 
rehte." 
2) Nib. Z. p. S7, 4: Ez wart in fürgespenge inanec schoeniu meit Genaet vil 
minnecliche: ez möht ir Wesen leit Der ir vil liehtiu varwe niht lühte gegen 
der want.  Wigal. p. 269, 19: Diu frouwe truoc ein fürspun. D21 enwas niht 
mär geslnides an Niwzm ein dorn guldin: Dä mit haft si den buosem in.  Li 
biiuls desconneus 2233: D'un afremail son 001 frema.  Rom. de 1a. Rose 10031: 
Ces fremaus d'or im pierres Ä vos cols et ä vos laoitrines. 
3) H. Elis. 905: Bmtschen und fürspan; 1886: Si hatte bratschen, vingerlin. 
4) Erec 1560: Für ir brust wart geleit Ein haftel wol hzmde breit: Daz was 
ein gelpher rubin.  Frauend. p. 257, 20: Und spien ouch für den buosem sä 
Ein spanne breitez heftelin.
        

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