Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997122
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Kappen. 
waren mit Zobel oder anderem theuren Pelzwerk besetzt 1). Zusammen- 
gehalten wurde der Mantel durch zwei Schliessen (tassel), die mit 
Schnüren verbunden waren. (S. Fig. 54. 55. 5G.) 
Bei Reisen bediente man sich der Kappen oder Reisekappen 2), 
die in Form eines weiten Mantels über den ganzen Anzug umge- 
nommen wurden und denselben vor Staub und Regen schützten. 
Gewöhnlich sind diese Kappen, die wir uns ähnlich geschnitten denken 
können wie die Chorkappen der Geistlichkeit, wohl auch mit einer 
Kapuze (cuculla) versehen und aus Wollenstoff, aus Scharlach, 
gefertigt. 
Der Kleiderluxus hatte gegen das Ende des dreizehnten Jahr- 
hunderts in allen Ständen gewaltig zugenommen. Bruder Berthold 
predigt gegen die Verschwendung, deren sich Männer wie Frauen 
schuldig machen 3); aber besser wird es doch nicht. Fürstliche Damen 
1) Athis D 141: Ein mantil wol mit sinnin Bezogin und inbinnin Mit her- 
ininin vedirin: An dem orte ietwedirin Nidine zuo gedeckit Und obine vur ge- 
streckit Ein brün zobil ze mazen rüch, Als er wart in einer drüch Gevangin dar 
zu Ruzen.  Mai u. Beail. p. 41, 16: Diu Vedere guot härniin Was. Zwene swarze 
zobele guot Die wurden dem kunege höchgemuot Von den Riuzen lande bräht: 
Da mite der mandel wait bedaht Beidenthalben vor zetal.  Erec 8940: Einen 
niantel hännixi langen; 8944: Vil wol gezobelt für die hant.  Meleranz 650: 
Einen mantel, der was üf die hant Gezobelt harte riche, Gefurriert meisterliche 
Mit einer veder härmin. Cf. Erec 1566 111; Lanz. 5736; Eraclius 3593 111; Engelhard 
3098 111; Dolopathos p. 134.  Parton. 8708: Der mantel hete ein underzoc Rich 
und wol gezieret. Schachzabelwis gevieret Stuont die veder Wunniclich Von harmen 
und von zobel rich.  Parton. 7451: La pene en est de blanc ermine Qui tot juel 
a1 drap traine; Li orles est de sebelins Tres noirs et bien seans et fins Qui orlent 
le pene defors Si duroient desci es eors. 
2) Cröne 7718: Ein überkleit truoc diu meit Von scharlach, ein kappen guot, 
Diu ze tal üf die erde wuot, Mit zobel gefurrieret, Des swerze vil wol zieret 
Lüter kleinez wizez vel.  Meleranz 10844: D6 diu künegin minnecliche Abe ge- 
zöch ir reisegewant Und sich gekleit; cf. 11876; 11807: In den selben ziten W01 
fünfzic frowen riten. Die selben frowen wol getan fnorten Scharlach kappen an, 
Die waren tiwer unde guot.  Nib. Z. p. 193, 2: Nu heizet iu bereiten iuwer 
pferitkleit.  Frauendienst p. 161, 5: Man sneit mir sä. an der zit Dri wize kappen 
von samit; ef. p. 166, 9.  UvdTürl. Willi. d. H. p. 104: Eyn kappe von ach- 
mardi, Der phellil was grune als ein gras, Der kuningen angelegit was Durch di 
reyse obir di riche wat.  Apollonius 20156: Ein reise kappe was ir kleit. Ez 
was ein tuoch von golde gar. Ez was von Turkis praht dar. Sie hete zwö lang-e 
stouchen, Da sie die arme entlouchen Zuo dem grilfe solde. 
3) Berthold I, p. 118: Ir gebet nü mär von einem gewande ze löne, danne 
ir daz gewant koufet. Nü vitschen veeh, nü vitsehen brün, hie den lewen, da den 
hirz, da den tören unde hie den aifen. Und ir frouwen, ir maßhet eZ gar ze noet- 
liche mit iuwern gewande und iuwern- röckelinen: die naewet ir sö inaniger leie 
und sö törliche, daz ir iuch möhtet schamen in iuwvern herzen. Diu ander üzsetzi-
        

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