Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-997119
Mantel. 
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Ueber alle die genannten Kleider wurde nun der Mantel angelegt. 
l1n Hause mögen die Frauen Wohl im einfachen Hocke (desafublees) ein- 
hergegangen sein; sobald sie aber repräsentiren mussten, war es uner- 
lässlich, dass sie den Mantel umnahmen. Derselbe ist ärmellos und 
reicht bis auf die Füsse herab 1), ja schleppt noch nach; desshalb muss 
er aufgerafft 2) oder von Dienern nachgetragen werden 3). Wenn schon 
der Rock gestickt warl), so wurde der Mantel durch aufgenähte Gold- 
borten 5), durch Figurenstickereien aufs Prächtigste ausgestattet Ü). 
Nicht allein aber die Aussenseite wurde so reich decorirt, auch die 
Fütterung des Mantels war überaus kostbar, gewöhnlich Hermelin; 
der Halsausschnitt und der Rand, wahrscheinlich auch die untere Kante, 
1) Wigal. p. 269, 4: Ir roo und ir mantel lanc.  Martina p. 19, 39: Dez 
tiuren mantils umhesweif Die iuagt und ir gewant begreif, Und was doch offen 
vornen, Daz man der hohgebornen Cleider kos darunder, Ieglichis besunder.  
Eneit p. 60, 11: Ir niantel der was Ein samit grüne als ein gras; Diu vedere wiz 
hennin, Daz si niht bezer mohte sin. Der zobel brün unde breit. Dorch daz si 
jagen reit Sone was der mantel niht lank. -Ap01lonius 2226: Ein sigelat 
waren vaele und roc; 18450: Ein vaele wiz als der snä Von louter lyalmat siden. 
2) Troj. 15134: Diu cleider edel unde rich Trac vorne mit der hende enbor, 
Daz si niht hangen in daz hor. 
3) Nib. Z. p. 206, 3: Zwene fürsten riche, als uns daz ist geseit, Bi der frowen 
giengenß und habten ir diu kleit, Dö ir der künec Ezele hin begegene gie. 
4) Eneit p. 60, 1: Her was wol gezieret Und vil wol gezimieret Mit berlen 
unde borden, Die dar zu gehörden.  UvdT. Wilh. d. H. p. 105: Hi was mit bil- 
den wol gecieret. Den rok hi bant vil cleine rige.  Wigam. 2572: Wan daran 
was die nat Von grossen perlin gerigen. Unden umb sach man ligen Manig pild 
von gold Daz der sauni Wesen solt. 
5) Mai u. Beaiior p. 41, 4: Edele horten von Arabi Die waren kosteriche, Die 
man meisterliche Gegatert drüf hete genat. Da der gater zesamene gat, Da sin 
der nagel solde, Daz was ein buckel von golde, Dar inne ein edel tiurre stein, 
Der kostlich dar abe schein, Ein Saphir oder ein rubin Und ie enmitten ein eher- 
lin Von edelem golde von Kaukasas. 
6) Athis D 134: Ein phellil violin brün, Von golde tier dar in gewebin, Lou- 
bir, zwige, winrebin Und we gevlochtiu stricke Undirwvorht vil dicke Mit golde 
dem rötin; Dar abe was irscrötin Ein mantil.  Ott. von Steier LXVII: Der myn- 
nichleichen manndl Was geworcht ze Nachsicz(?)    Vasst daz gold daraws glast 
Daz ez die augen muet vast. Manig pild Was daran geweben Recht als ez scholde 
leben    Mit perlein verwieret (D12: verwirkt) Gie ein leiste hin ze tal, Dew 
waz lankch und nicht smal, Auch lag daran manig edelgestain.  In dem Mantel, 
welchen Lore, die Braut des Meriadues, zur Hochzeit tragt, ist gestickt, wie Merlin 
das Gesicht des Uter ändert und ihn dem Grafen Gorloys ähnlich macht; wie 
lgerne ihn für ihren Gemahl hält und mit ihm zu Tintaguel den Artus zeugt; 
wie sie die Nachricht vom Tode ihres Gemahls erhält und die Barone ihr rathen 
Uter zu heirathen; ihre Krönung und die Thaten des Artus bis auf diesen Tag, 
Ohev. as -ij- espees 12176 ff.
        

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