Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996944
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Rise. 
derhing und mit seinen Zipfeln bis auf die Brust herabreichte1) 
(Fig. 44 c). Diese Rise ist wohl gewöhnlich von feiner Leinwand, 
indessen werden auch seidene goldgestickte Kopftücher erwähntz). 
Dem deutschen Worte „Rise" entspricht das französische „Cuevre- 
chiefm). Auch Slöir scheint dasselbe zu bedeuten 4). Aber was be- 
deutet „zippei1"5)? doch auch wohl eine Art Kopfputz. Grossen 
Anstoss erregte es, als man die Gebende und Risen gelb zu färben 
begann. Die Prediger, wie Bruder Berthold von Regensburg, erei- 
ferten sich gewaltig über diesen neuen Luxus, über die kostbaren 
Schleier und beschworen die Frauen, diese Mode den Jüdinnen, den 
PfaHendirnen, den öffentlichen Weibern zu überlassen G). Ja Etienne 
1) Statue am Westportal der Kathedrale zu Reims (Lübke, Gesch. d. Plastik, 
2. Aufl. S. 403); die Figur der sogenannten Königin ITtta in S. Enlmeram zu 
Regensburg; hier ist der Kronreü noch auf die Rise gesetzt (E. Förster, Denkmale 
der deutschen Kunst III, Sculptur). 
2) Titurel 1215: Ein seiden rise klare, dar inne erweben von golde Buchstaben 
rich furware.  UvdTürl. Wilh. d. H. p. 108: Von golde und ouch von siden risen, 
Darzu sloyr wol hundirt. 
3) Troj. 20264: Ein tuoch von cleiner siden blanc Het üf ir houbet si gespreit, 
Da waren listen in geleit Von golde an beiden enden. Von ir juncfrouwen henden 
Was si gezieret W01 dermite, Wan ez ist noch der Kriechen site, Daz si mit 
richen tuochen Bewinden und beruochen Ir houbet wellengerne. Da von der 
tugende sterne Und aller vrouwen sunnenschin Truoc üf ein cleinez tuechelin. Daz 
was von siden alsö clar, Daz man durch ez ir guldin har Und ein schapel, daz 
drüfe lac, Sach lühten schöne als ein tac, Der durch diu Wolken schinet. -Rom. 
de 1a Rose 21940: Autre fois li inet une gimlale Et par dessus un cuevrechief, 
Qui cuevre 1a gimple et le chief; Ains ne cuevre par le Visage, Qu'il ne vuet 
pas tenir l'usage Des Sarrasins qui destamines Ouevrent 1e vis as Sarrasines, Quant 
eus trespassent par 1a voie, Que nus trespassans ne les voie, Tant sunt plain de 
jalouse rage. Autre fois 1i reprent corage D'oster tout et de metre guindes 
jaunes, vermeilles, vers et indes Et treceors gentiz et gresles De soie et d'or im 
menues pesles; Et dessus 1a crespine atache Une moult precieuse atache, Et 
par dessus 1a crespinete Une corone d'or grelete oü moult ot precieuses pierres 
Et biaus chastons ä, qnatre qnierres. Et a quatre (Iemi-compas Sens ce que ge ne 
vous cont pas L'autre perrerie menue Qui siet entor espesse et drue. 
4) H. Elisabeth 2443: Si warf abe ir gefioiir. Si want ein snodiz sloiir 
Wider umme ir houbet; 3765: So nam si von ir nullen Ir wimpeln unde ir 
hullen, Siden ducher di si druoc.  UvdTür1. Wilh. d. H. p. 131: alse sich di 
keiserinnen habe Intblozit, so solt ir abe Den sloyr tun und kussen si    Ir sloyir 
si van deme munde brach. 
5) Berthold von Holle, Crane 1333: Ein düre rich zippeil irkant Men dar 
üf irme höbde fant; 4512: Si vögeten ir gebende Mit maneger wizer hende, Dar 
üf ein zippeil düre irkant Van vilen Steinen rich genant. 
6) H. Elisabeth 1984: Des enwolt si weizgot nummer me Keiner hande Hoiir, 
Wimpeln oder sloiir Gegilwen joch geverwen Jochme nach glanze gerwen In uppec-
        

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