Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996927
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Gebende. 
an 1). Das Gebende ist wohl nicht wesentlich vom Schapel unterschieden: 
es ging unter dem Kinn herum (Fig. 43 c. 44 d, e) und musste, wenn man 
jemanden küssen Wollte, erst gehoben werden 2). Streifte eine Frau das 
Kinnband ab und legte es auf 
,   das Haupt, so zeigte das an, dass 
   sie zum Scherze und zu minnig- 
  ä    lichem Streite sich bereit machte; 
4x17"    sie schickt sich an, ihren Mund 
     frei zu brauchen 3). Mit dem Ge- 
    bende wurde auch das Haar auf- 
      E. {d'r gebunden 4), daher auch die Be- 
 et  yM '  1 M Zeichnung „wip]ich gebende", da 
55'  f; 45   i Ä .7 dieser Kopfputz den verheira- 
  [f    '  theten Frauen allein zukam 5). 
  1'" i.  K- t Dem deutschen Wort vgebende" 
' d    j  7' [i entspricht das französische Guim- 
 um ' "ä  peö) (mhd. wmpev), gampelr). 
Fig. 43. a. b. Portalstatuen vom Dome zu Chartres, {auch dle Art des utzes War 
c. Statue uns dem Westchore desNuumburger Ja, oft dilrch ffanzögßche Mgde 
Domes. (Nach H. Weiss, Costüznkuude.)  9). Auf. das Gebenc-le 
konnte man nun noch anderen 
1) Die Hauptstellen gesammelt im Mhd. Wtb. I, 132 ff. 
2) Nib. Z. p. 89, 4: Dä wart gerücket höher mit wünneclichei" hant Vil mainec 
schapel riche; p. 206, 4: Üf rihte si ir gebende.  UvdTürl. Wilh. d. H. p. 130: 
Daz gebende er von dem munde ir brach Und kuste die minneclichen. 
3) Parz. 515, 1: S1 hebe mit ir hende Underm kinne ir gebende Hin üfez 
houbet geleit. Kampfbaeriu lide breit Ein wip die man vindet sö: Diu wzer vil 
lihte eins schimpfes vrö. 
4) Walther v. d. V. Laclnn. p. 111, 18: Jim hoere ich gerne von ir guotiu 
maere, Diu irval här üf gebunden hält. Bi ir mzmigiu hin zer kirchen gäb, Diu ir 
swarzen nac vil höhe blecken lät. 
5) Titurel 10, 80 (Mhd.Wtb.): Si wolt duz schappel läzen und von im tragen 
wiplichez gebende. 
6) Percev. 24480: Et affuble son cief avoit D'une guimple qui ert de soie; 
37483: Entor son cief 1a belle simple, Envolopee d'une guimple Plus blance que 
nois sur meure.  Auberi p. 50, 2: Et 1a. contesse a sa. guinple acesmee. 
7) Cröne 22051: Vor was ir schoenez här Verworren und zebrochen, Nu Was 
ez aber belochen Mit maneger Wimpel kleinen.  Erec 8945: Ein wimp] ir här 
zesamne bant. 
8) Nith. XXXVII (HMS. III, 216): Ir kinne hät si höch gebunden; Diu gimlgel 
gent ir in den mund A1 näch dem hovesite. 
9)UvdTü1-1. Wilh. d. H. p. 146: Ouch was gebunden die reyne Nach der 
Franzoysir site.
        

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