Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996910
Kopfputz. 
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thürmen. Jehan de Meung erwähnt diese geschmacklose Haartracht 1), 
und nach ihm machen sich über dieselbe auch andre Dichter lustig 2), 
In Deutschland. scheint sie aber nicht Eingang gefunden zu haben. 
Jungfrauen gingen gewöhnlich ohne Kopfbedeckung 3). Im Sommer 
flechten sie sich Blumenkränze (schapel), mit denen sie ihr Haar 
Sghmüqktenll); gab es keine Blumen, oder waren sie verpflichtet, im 
Festschmueke zu erscheinen, so putzten sie sich mit Haarbänclern 5), 
mit künstlich gearbeiteten Schapeln  oder legten ein Gebende 
Trist. 312: Ir lioubet si vil schone bant Durch den gewonliclien site; cf. Parz. 202, 
25.  Beaflör reitet zu ihrer Brautkammer (Mai u. Beaß. p. 91, 4): Si truoc noch 
die kröne Üf blözein häre alsam e. Daz geschach vür baz niht me.  Daher 
sagt die Mutter zur Tochter, die mit Nithart sich eingelassen hat: „Bind uf din bar; 
Er hat so vil getiselt und getaselt Mit dir." (Nith. XXVIII, 10; HMS. III, 210.) 
1) Rom. de 1a Rose 14238: Sus ses oreilles port tex cornes, Que cers ne bues ne 
unicornes, S'il se devoient esfronter, Ne puist ses cornes sormonter.  Testament 
(publ. p. Meon IV, 04): La. gorge et li goitrons sunt dessous la, gonelle, Ou il 
n'a. que trois tours ä la. tourne-bonelle; Mes il y a despingles une demie escuelle, 
Fischies en deus cornes et entor 1a. touelle. 
2) C'est li mariages des filles au diable (A. Jtlbilläbl, Nouv. Ree. de Contes I, 
287): Or venons as dames cornues, Chies de Paris, testes tondues, Qui se vont pour 
oifrant {t vente. Com cerf ramu vont pur les rues.  Des Cornetes (A. Jubinztl, 
Jongleurs et trouveres, p. 87): Fitlllß n'est pas de pechie nionde, Qui a, sa crine 
noire ou blonde Selonc nature, Qui i met -j- forreure Au lonc des treces. Ifeves- 
que eonnoist lor destreces De lor orgueil de lor nobleces, Si les chastie Et com- 
mande per aatie, Que chaseun hurte belin die.  Vgl. Archaeological Journal I. 
3) Lzinz. 806: Diu vrowe diu gienc äine huot Durch daz siu kintlich wolte ein. 
Siu truoc ein schapellikin, Daz siu mit ir henden vlaht, Von sehoenen bluomen 
gemaht.  Stll. u. Mor. 1043: Schone meide inynniglich gefar, Sy gingent mit iren 
houbeten bar; Ir gebende warent smal lmrten. 
4) Ohevaliers as -ij- espees 4294: Et ele ot un czrpol de flours En lar tieste ki 
li tenoit Ses cheveus et li avenoit. 
5) Wigam. 2701: Von golde reiche harbzrnt.  H. 'l'roj. 612: Sie sazte uf ein 
hzrrbant.  S. Oswald 2527: Sie was im üz in allen wol erkant. Wan sie truoo 
ein guldin härbant; Dä. mit bezeichent si daz, Daz si diu küniginne selbe was. 
_6) Engelh. 3008: Vil schöne wart ir houbet Gezieret, als diz maere swuor. 
Man such ir goldes eine snuor Zeinein schapel üfe ligen, Diu was über al gerigen 
V01 edeles gesteines    Als ein laärternoster dran Wären si gestözen.  Titur. 
1211: Von Alinarine niht kleine ein borte vil gezieret Von golde und mit ge- 
steine und berlin vil, die waren dran verwieret, A1 umbe dar uf mit golde rich 
geblumet, Vil lewer, tier und vogelin. Daz schapel zu einer krone wart gerumet; 
1212: Hinden dar abe senkel, mit fremden stricken wehe Geilohten in manige 
schrenkel.  Dies Schapel giebt Sigune dem Sehionatulander, der es auf seinem 
Helm befestigt.  Parton. 12462: Ein borte wünnebaren schin Gap von ir houbte 
reine, Der schöne mit gesteine Ze wunder was gewieret. Dennoch was si gezieret Mit 
eime schappelline smal, Gemacht üz viol über a1, Der niuwes was gebrochen. -Da,zu 
wäre noch anzuführen Troj. 14946: S111 här daz wart gevlohten Und ein borte drüf 
geleit.  Renaus de Montzruban p. 134, 21: Ses crins ot galones ä. -j- fil d'or bzrtu. 
 Chev. au lyon 2362: An son chief une garlendesclie Tote de rubiz atiriee.
        

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