Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996894
des Haares. 
Pflege 
Falsche Haare. 
179 
Die Damen liessen sich entweder von ihren Kammerfrauen kämmen 
und die Haare {iechten 1), oder sie thaten es selbst; dann hatten die 
Dienerinnen ihnen beim Frisiren nur behülflich zu sein 2). Jung- 
frauen trugen lange, mit Bändern durchiioch- 
tene Zöpfe 3) (s. Fig. 41); in Frankreich war ab 
es sogar Sitte, dass sie das Haar ganz herab- r alle," 
 
wallen liessen 4) (s. F1g142). Wo das eigne Haar  
x.  111x111 
fehlte, pflegte man schon damals es durch fremdes  
   51:  m, 
zu ersetzen 5). Etienne de Bourbon (Anecd. bist. CD  
N. 273-275, 287) tadelt streng die abscheuliche G2)"  
Mode und erzählt abschreckende Geschichten,  
wie selbst die Haare von Todten zum Putze ver-  
53g) 'r)xx{.gäi_  
wendet wurden. Die Piitzsüchtigen werden aber  
bestraft (N. 288). Erstens haben sie viel Arbeit  1 
1) Eracl. 1803: Si hiezen alle, daz ist war, lr  
houbet twahen und ir har Strelen iinde slihten Uiide  
ir scheitehi berihten.  Percev. 31612: En 1a inain  
blance tote nue  pinne djivoire teneit. Toute seule Fig. ü Eine Diemmm 
son cief 1311110113. N ot cainbriere ne inescine; 31625: Mais (Nach E Weiss, Costüm_ 
i1 li vit son cief pinier Et ses cheviztus aplanoier.  kunde.) 
'I.'rist. (publ. p. Fr. Michel) I, 209: Brengain i viiit, 1a 
(lainoisele, Ou out pigiiie Yseut 1a bele, Le pieigne avoit encor o soi. 
2) Diirinars 3089: Une pigne divoire tenoit La pucele qui se pignoit, Devant 
1i sert une tosetc, Une inolt jone nieschinete Oui li servirs inolt bien avient. De- 
vant 1a danioiselc tint Un inireor, ce nfest avis, Dont ele inire soii cler vis.  
Galya neckt den verliebten Godyii, der sich immer in die Zimmer der Damen ein- 
schleicht (Karlmeinet 211, 50): Ir souldet eyne rechte kaineresse syn, (57) Solen 
wir uns strelen off strichen, Daer inoest ir uns den kamp richen. 
3) Wigalois p. 26, 39: lr zöpfe waren gebunden Mit golde ganz bewunden 
Unz an des h-lres ende; cf. p. 190, 28; p. 48, 38: Ir houbet was ungebunden. Ir 
zöpfe wol bewunden Mit golde iinz an daz ende, Deheiner slahte gebende Fuort 
die maget mere; p. 65, 30: Ir zöpfc waren enphlohten gar, Uf den satel reicht ir 
daz hftr.  Apollonius 20194: Ir zöpfe waren gröz unt lane, Für die hüfe was ir 
ganc.  Percev. 9481: A cou qu'il vit les treces blances Qui li pendcient sor les 
hances (der alten Königin).  
4) Ottokar DCCIH: Ir (Blancals von Frankreich, die mit Rudolf von Oester- 
reich sich verheirathete) har kraws und val Von dem hawbt her ze tal Unge- 
{iochten lag. Des landes siten sy phlag, Des sy noch phlegen. 
5) Rom. de 1a Rose 14219: Et s" ele veoit decheoir (Dont graut duel seroit 
21 veoir), Les biaus crins de sa teste blonde, Ou s'il convient que 1'en les tßnde 
Par aucune graut nialadie, Dont biaute est tost enledie, Ou s'il avient que par 
courrous Les ait aucuns ribaus desrous, Si que de ceus ne puisse ovrer Por grosses 
treces recovrer, Face tant qne l'en 1i aporte Cheveus de quelque faine niorte, 
Ou de soie blonde borriaiis, Et beute tcut en ses forriaus.  Cröne 9183: Uf 
dein Wege vor im da Vant er einen zopf hgen Mit wizen perlin wol gerigen Val- 
wen und langen. 
12'
        

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