Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996883
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Spiegelkapseln. 
dargestellt auf der Kapsel des Prof. von Hefner-Alteneck (Geräthe u. 
Kunstw. II, T. 2); eine Dame und ein Herr beim Brettspiele, zwei 
Zuschauer, auf dem Elfenbeinrelief in der Sammlung von M. Sauvageot 
(Oldiield, a. a. O. 50 d). Ein Herr und eine Dame bei der Hasen- 
jagd ist auf dem Spiegelgehäuse von W. Maskell (Oldiield, a. a. O. 
50 f) geschnitzt; die Darstellung eines Liebespaares bei der Falken- 
jagd besitzt der Rev. W. Sneyd (ib. e). Auf der einen, im Besitz 
von W. Maskell befindlichen Kapsel sehen wir einen Ritter seiner 
Dame sein Herz anbieten (ib. g); die Entführung der Ginover durch 
Lanzelet ist in der Fejervary-Sammlung (ib. b). Sehr gewöhnlich ist 
die Darstellung der Eroberung einer Minneburg. Das schönste Exem- 
plar dieser Art besitzt das Kloster Rein in Steiermark. August Essen- 
wei11 hat dasselbe zuerst im Anzeiger f. Kunde deutscher Vorzeit, 
1866, p. 205, abgebildet; darnach ist dasselbe in den Mitth. der k. k. 
Comm. XII, p. IV und XVIII p. 164, sowie in den „kunst- und cul- 
turgeschichtlichen Denkmalen des germanischen Museums M877)" 
Taf. XXVI, 7 publicirt worden; ich verdanke dem germanischen Mu- 
seum diesen Holzschnitt, den ich im sechsten Capitel mittheilen werde. 
Ein ähnliches Kunstwerk ist im Kensington-Museum (Oldfield a. a. O. c), 
in der Kunstkammer zu Berlin (Becker u. J. v. Hefner, Kunstw. u. 
Geräthe, II, T. 2), in der Wallersteinschen Sammlung zu Maihingen 
(ebendasfII, T. 41), im Museum zu Darmstadt (ebendas. H, T. 69) 
und im Besitze von A. Fountaine (Anz. f. K. d. d. V. 1866, Sp. 204). 
Zunächst wollen wir nun zusammenstellen, was sich über die Toi- 
lette der Damen ermitteln lässt. Der Kasten, in dem die Utensilien 
bewahrt wurden, war aus Elfenbein 1). Von solchen elfenbeinernen 
Schmuckkästchen, die mit Reliefs decorirt sind, besitzt die Ursula- 
kirche zu Köln zwei. Auf beiden sind Minnescenen dargestellt (s. Fr. 
Bock, das heilige Köln, T. 6 u. 27, und Baudry, Organ f. christl. 
Kunst 1860, Nr. 15). Drei Stücke eines solchen Kästchens mit Bildern 
aus der Geschichte von Pyramus und Thisbe sind in der Sammlung 
des Rev. W. Sneyd (Oldiield a. a. O. p. 50 h), vier Tafeln im Mu- 
seum zu Boulogne (Oldfield, i). Auf den beiden mittleren Reliefs 
sehen wir ein Turnier dargestellt, zur rechten die Belagerung einer 
Minneburg, zur linken die Entführung einer Dame. Ein hölzernes 
Minnekästchen, mit erotischen Scenen "verziert, beschreibt v. d. Hagen, 
Minnes. V, 47.  
1) Herb. Troj. 594: 
Und strichte ir schone 
Was: 
Und nam ir helfenbeinen laden, Da il" Zirde inne 
vaz, Ir scheitelen sie berichte, Die szoppe si sliclmte.
        

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