Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996842
Toilette. 
plätscherte und sofort das Bad für beendet erklärte 1). Leute jedoch, die 
auf Heiligkeit keinen Anspruch erhoben, hielten ihren Körper sauber 
und waren auf dessen Pflege bedacht. Waschbecken wurden ihnen bald 
nach dem Aufstehen gebracht und dazu Handtücher (twehel) 2); ob 
man sich schon der Seife bedient hat, ist aus unsren Quellen nicht 
zu entnehmen; dieselben sind überaus zurückhaltend, sobald es sich 
um diese Toilettenfrage handelt. Die Nägel wurden beschnitten und 
gesäubert, "die Zähne geputzt und dann zur Frisur übergegangen 3). 
Vorher schon hatten Diener oder Dienerinnen den Herren oder Damen 
Kleider gebracht und waren ihnen beim Ankleiden behüliiich ge- 
wesen 4). 
Schönheit der Haare wird, wie wir gesehen haben, sehr geschätzt. 
Besonders den Frauen stand ein voller, wohlgepflegter Haarwuchs 
wohl an; wie der Verfasser des Roman de la Rose (14521) mit Recht 
sagt: "C'est une chose moult plaisant Que biaute de cheveleure". Durch 
Einwickeln wurden die Locken gekräuselt und die Damen scheuten 
aus Eitelkeit selbst vor dieser Unbequemlichkeit nicht zurück (Etienne 
de Bourbon, Anecd. hist. 281: propter vanitzitem jacebant in cofis et 
1) Quae tandem intrzms balneum uno pede strepitum fecit in aqua ipszun hue 
et illuc movendo et dixit: Hie balneatuni est. et subito exivit de dolio. (De dictis 
lV ancillarum S. Elisabeth. Testimonium Irmengardis.) 
2) Durmzurs6539: Li -x- chevalier sunt leve, Tost siint vestu et acesme, Lormains 
et lor boehes hwent.  Alix. p. 423, 30: Alixandres li rois fu leves par nmtirl, 
Veetus d'une eemise delieo de lin Et czmnees unes enuces de pale Alixandrin. Ifiave 
li aporterent por laver  inescin Et furent zunbedoi de {in or li hacin.  Wale- 
wein 985: Hi cleedde hem ende es upghestaen. D0 broehtelnen Waleweyne sahen 
Een beckijn van roden goude (cf. 2680) Daxer men henl mede dienen soude, Ende 
en hantvat dies ghelike (Diet dede maken hi was rike). Men gaf hem Water ende 
hi ghinc dwzxen. Doe brochtemen hem di dwale saen, Daer hi eine hande mede 
droghen soude. 
3) Le ehastiement des dames 463: Vos nmins 11101111: netement gardez, Sovent 
les ongles reeopez, Ne doivent lms 1a eher passer Cbrdure n'i puist anlassen  
Rom. de 1a Rose 2176: Lave les rnains et tes dens eure, S'en tes ongles zu point 
de noir, Ne 1'i lesse pas remanoir. 
4) Percev. 11927: En son seant el lit leva, Son varlet ä, lui apiela, S'a. unes 
braies demzmdees; Cil keurt, si li a aportees Unes braies d'un blane cainsil Qui 
n'est0it mie de gros H1; Et puis est caueies et vestus, Si est fors de son lit issus. 
 Blanceüeur hat die Nacht bei Perceval geschlafen und ist des Morgens in ihre 
Kammer zurückgekehrt. Perc. 3264: Suns meekine et szms eamberiere Se viesti 
et aparella, Uonques nullui n'i esvellzm; 41651: Adont est levee 1a bele Suns eaan- 
boriere et sans pueele Ki adont aidier li venist.  A18 Menü? Sich ßrnlllntert, 
kommen Jungfrauen und schöne Frauen, Königs-Töchter und Fürstenkinder am 
ihr Bett und bringen ihr die Kleider. Parton. S402 ff. Das sind die ,dienestw1p', 
die sie später ihrer Liebschaft wegen so aussehelten (ib. 8433).
        

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