Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996682
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Heilkunde. 
(Parz. 506, 5) einen verwundeten Ritter dadurch, dass er ihm aus der 
Wunde das erstickende Blut aussaugen lässt. Ein andermal verbindet 
"er einen Ritter und Weiss auch die Kräuter zu finden, die er zerquetscht 
auf die Wunde legt 1). Andere Ritter führen stets eine Büchse mit 
Salbe oder Pflaster bei sich; am besten Wirken die Salben, die von 
Feenhänden oder von "wilden wibeu" bereitet sind  
Die Frauen aber verstehen nicht bloss die Wunden zu verbinden, 
sie suchen auch im Walde die heilkräftigen Kräuter und stellen die 
Salben und Pflaster selbst her 3). So untersuchen Hekuba und Andro- 
mache nach der Schlacht die Wunden des Hector, verbinden sie mit 
guter Salbe und heilen ihn in kurzer Zeit (Troj. 237682 ff.) Und als 
Gawäu im Schastel marveil sein Abenteuer bestanden hat und wie 
todt daliegt, da halten ihm die befreiten Frauen Zobelhaare vor die 
Nase, um den leisesten Hauch zu bemerken, dann schieben sie ihm 
einen Ring zwischen die Zähne und flössen ihm etwas Wasser ein; 
iso erwacht er aus der Ohnmacht. Die alte Königin bestreicht nun 
seine Wunden mit „dietan1 und warmen win unt einen blawen zindal", 
verbindet sie dann und steckt ihm eine Schlafwurz in den Mund (Parz. 
575, 17-581, 2). Blauer Dictam in Essig und Bohnenblüthen he- 
1) Lancel. I, 46671: 
wonden tien tide Mob 
Inochten. 
Doe was Walewein hanrcle blide Ende bunt hem sine 
selken crude, die daer toe dochten, Dat si niet bloden 
2) Kudr. 529: Hetele boten Sande, dö hicz er Warten keinen. Si heten in 
langer zite Dfi vor W01 vernomen, Dez Waise arzät Waere von einem wilden wibe; 
530: D6 er sich enbwäpent und selbe sich gebant, Eine gilote wurzen mun er 
in die hant Unde eine bühsen, dä. was phlaster inne.  Eine Salbe von Fei morgen 
(Fee Morgane, Fata, Morgana) wird Iwein 3423 erwähnt.  Fiekenliet 155, 1: 
Diu reine vrouwe wo] getän Verbant den wunclerküenen man Die eine wunden 
swmre. Ein bühs mit selben si im gap. 
3) Cröne 9539: D6 sie dirre tiuvels barn In dem Walde liet gevzrngran, Als sie 
der was gegangen Näch wurzen in den selben Welt, Der sie dir vil nmnecvzilt 
Het zeiner arzenie gelesen, Diu ze wunden gguot solt Wesen.  lllckenliet 174, 3: 
Dö gie si von im (lräte, Dä si die wurze stünde vant, Si 'wü.rn ir alle wol bekannt. 
Die gruop si dennoch späte Und reip si vil W01 in der hant Mit wilder meister- 
schefte. Von der zeliant ein we verswant.  Lanc. l, 12011: Si soehte dmer inden 
boemt tlmnt Crude, die si (leer toe goet vant, Ende si brae gene erude werde 
Metten 21.131316 van Lanceloets swerde Inden selven nap, daer ]1i nnt doe Hedda 
gedronken, ende si deder toe 'l'riacle, die si liadde (hier. EIIClO Si Onfflede liein 
den mont daer naer, Ende goet liem tgene inden 1n0nt.- Gziufrey p. 119; E1; 1a 
dame gentil maintenant s'en ala Et vint E1. -j. escrin et si le delfreina, Et Si an 
trait une herbe qui si grant bonte a Qui en am use ja. mal ne sentirzi. En -j- 
mortier 1a trible et si 1a. destrempa, Puis en vient ü. Robastre Et si li en clonna.
        

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