Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996669
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Anstandslehren für Damen. 
nicht die Beine über einander schlagen 1). Einen fremden Mann zuerst 
anzureden, Wal" ein grosser Verstoss gegen die gute Sitte 2); es schickte 
sich auch nicht, dass sie ihn anblickte 3); sie sollte bescheiden warten, 
bis sie angeredet wurde, überhaupt nicht viel reden, zumal nicht beim 
Essen, wenn sie den Mund voll hatte 4). Lautes Sprechen stand einer 
Dame gar übel an 5); ebenso sollte sie lächeln, aber nicht unmässig 
lachenß). Beim Reiten durfte sie nicht wie die Männer zu Pferde 
sitzen 7), auch die Hände musste sie schamvoll unter dem Gewande 
verborgen haltens). Trat ein Mann in das Zimmer, in dem Damen 
sich befanden, so hatten diese aufzustehen"); dieselbe Artigkeit wurde 
ihnen von den Männern erwiesen  
cline, Si 1a lieve encoste ou devant, Si cum por prendre un poi de vent, Ou por 
ce que faire le sueille, Ausinc cum sccorcier se vueille Por avoir le pas plus de- 
livre: Lors gart que se le pie delivre, Que cliascun, qui laasse 1a voie, La belle 
forme du pie voie. Et s'el est tex que mantel port, Si le doit porter de tel port, 
Que trop la veue ifencomlare Du biau cors a qui il fait ombre; Et por ce que 
le cors miex pere Et li tissu, dont il se pere, Qui n'iert trop larges ne trop gresles, 
Dargent rlore a menu pesles Et Paumosniere toutevoie Qu' il est bien drois que 
l'en la voie. Ä deus mains doit le mantel prendre, Les bras eslargir et estendre 
Soit par bele voie ou par boe Et li soviegne de 1a roe Que li paons fait de sa queue. 
1) Welh. Gast 411: Zuht wert den vrouwen alln gemein Sitzen mit bein 
über bein.  
2) Rom. de Troie 1300: Medea bittet den Jason „ne tenez mie a mavestie n'a 
legerie", dass sie ihn zuerst anredet.  Troj. 8039: Trüt herre, tngentricher helt; 
Lant mir niht werden hie gezelt Vür ein dörperie claz, Ob ich mit iu red ete- 
waz, Dä. von iu kurz diu stunde Wirt. 
3) Welh. Gast 400: Ein vrouwe sol niht vast an sehen Einen vrömeden man, 
daz stat wol. 
4) Welh. Gast 465: Ein juncvrouwe sol selten iht Sprechen, 0b inans vräge 
niht. Ein vrouwe sol ouch niht sprechen vil, Ob si mir gelouben wil, Und be- 
namen swenn si izzet, S6 sol si sprachen niht, daz Wizzet. 
5) Welh. Gast 405: Ein juncvrouwe sol senfticlieh Und niht gar lüt sprechen 
sicherlich. 
6) Rom. de la Rose 13555: Et s'il li prent de rire envie, Si bel et sagement rie, 
Quelle descrieve deus fossetes Danibedeus pars de ses levretes: Ne par ris n'en1le 
trop les joäs Ne se restraigne pas les nloäs. Ja ses levres par ris ne s'uev1'ent  
respoignent les dens et euevrent. Fanie doit rire ü. bouche close, Gar 0c n'est 
mie bele chose, Quant et rit a geule estendue, Trop semble estre large et fenduö. 
7) Welh. Gast 419: Ein vrouwe sol sich, daz geloubet Keren gegen des pher- 
tes houbet, Swenn si ritet; man sol wizzen, Si sol niht gar dwerhes sitzen. 
S) Welh. Gast 437: Ein vrouwe sol recken niht ir hant, Swenne si rit, vür 
ir gewant; Si sol ir ougen und ir houbet Stille haben, daz geloubet. 
9) Percev. 15519: Et si tos com il ens entra Oascune 0011131"?! 111i 16m- 
10) Percev. 25665: Atant 1a roine est levee Ens en 1a graut sale pavee En est 
venue sans targier; Contre li lievent chevalier Qui Padiestrerent de tous les. 
Meismes li rois est leväs, Si l'a assise jouste lui. Cf. 9295.
        

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