Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996597
Ritterschlag. 
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Die jungen Leute, die gemeinsam in den Ritterstand aufgenommen 
worden Waren, hiessen Schjldgefährten und blieben für ihr Leben be- 
freundet1). Die erste Bitte, die ein neuer Ritter an den Landesherrn 
xichtete, wurde gewöhnlich erfüllt 2). 
Durch die Ritterweihe erlangte der Jüngling nun erst seine volle 
Freiheit; die Laufbahn der Ehre war ihm eröffnet; als Ritter war er 
dem Fürsten ebenbürtig 3) und konnte durch Tapferkeit die höchsten 
Ehrenstellen erreichen. War es doch so manchem Ritter Wie den 
Grafen von Flandern, den Lusignans geglückt, einen Königsthron im 
Orient, wie den Villehardouins, ein Fürstenthum in Griechenland durch 
Muth und Geschick zu erkämpfen. Auch der Frauen Gunst konnte 
einem durch Tapferkeit ausgezeichneten Ritter gar nicht fehlen. S0 
ist das Ideal des Ritters, einmal durch staunenswerthe Heldenthaten 
Ruhm, Ehre und wenn möglich Besitz zu erwerben, und der Gunst 
schöner Frauen sich in Folge dessen zu erfreuen 4). 
Die Frauen wurden, wie wir gesehen, in den Wissenschaften so 
ziemlich in der gleichen Weise erzogen wie die Männer, ja sie haben 
es in mancher Hinsicht weiter gebracht wie dieselben. Dabei wurde 
aber ihre Vorbereitung für den Beruf der Hausfrau nicht vernach- 
lässigt 5). Nähen und Spinnen und alle weibliche Handarbeit mussten 
per totum regnum Angliae, ut quilibet, qui haberet -xv- libratas terrae et supra, 
armis redimitus tyrocinio donaretur, ut Anglia sicut Italia militia roboraretur. Et 
qui nollent vel qui non possent honoreln Status militaris sustinere, pecurlia se re- 
dimerent. Matth. Paris. 
1) Vgl. Dietrichs Flucht 368.  Troj. 11942: Im wart hin üf die vinde nöt 
Mit sinen schiltgeverisen. 
2) Lanceloet III, 1853: Bedj, die riddere maect enen man, Gi wet wel, dat hi 
hem dan Die irste bede niet sal ontsecgen. 
3) Parton. 19992: Swer an gebürte Gefriet ist und eren gert, Der mao wol eime 
künege wert Und eime keiser geben strit. Und ob an im diu wirde lit, Daz er 
ritters namen hat, Sö wizzet, daz er wol bestat Mit ären iegeliehen helt. 
4) Ottokar DCCXIV: An rittern preisent die frawen Niht anders dann hawen 
Und veste vorhalten. Wer des kunde walten, Ez war ritter oder junckherr, So 
Ward er vil verr Daruln gepreist von den frawen, Liesz er an im schawen Har- 
nasches mal; Ward er davon sal, Daran prueft man frumkait. 
5) Einhardi Vita Karoli M. 19: Liberos suos ita censuit instituendos, ut 
tam ülii quam üliae primo liberalibus studiis, quibus et ipse operam dabat, ei-u- 
direntur. Tum ülios, cum prinnnn aetas patiebatur, more Francorum equitare, 
armis et venationibus exerceri fecit, Elias vero lanilicio adsuescere coloque et 
fuso, ne per Otillln torperent, operam impendere atque ad omnem honestatem 
erudiri fecit.
        

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