Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996551
Ritterschlag. 
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nahm, auf dessen Hals oder Nacken geführt 1) wurde, begleitet die 
feierliche Ermahnung, die an jeden gerichtet zu werden pflegte. Es 
ist also der Ritterschlag im Grunde nur eine symbolische Handlung, 
dem Kappen die Erinnerung an die guten bei dieser Gelegenheit er- 
haltenen Lehren noch mehr einzuprätgen 2), und erinnert an die Ohr- 
feigen, welche bei dem Setzen der Grenzsteine die anwesenden Knaben 
als Denkzettel bekamen 3).V Möglicher Weise ist die Form der Manu- 
missio durch die Vindicta auch nachgeahmt worden. Der Lictor (resp. 
Assertor) schlug den freizulassenden Sklaven, nachdem er die Frei- 
lassungsformel ausgesprochen hatte, mit der Vindicta auf das Haupt. 
Später trat an Stelle dieses Schlages ein Backenstreich (Pauly, Real- 
encycl. IV, 1505). Der Knappe wäre also damit aus dem Verhältniss 
der Dienstbarkeit befreit und als freier Mann legitimirt worden. Die 
jungen Ritter wurden gleichfalls reich beschenkt 4) und erprobten ihre 
1) Laanberti Ardensis Bist. Com. Ard. et Ghisn. e. LXXXVII: Qui eidem co- 
miti duduln in signum militiae gladixlm lateri et calcaria    sui militis pedibus 
adaptavit et alapam c011o eins infixit, quum tamen in ipso militatoriae promotionis 
eius die variis redemit munusculis et 1autioribus, quam regalibus expensis; e. XC: 
licet enim militarem non recepisset alapaln; c. XCI: ei nnlitareln non repercu- 
tiendus dedit alapanl.  Auberis 1e Borgognons (Keller, Romvart p. 223): Raous 
lladoube qui fu m01t ses amis. Primes 1i cauche uns esporons machius Caint li 
Pespee, dont 1i brans est forbis, E1 col le fiert com home bien alaris.  Enfance 
Ogier 1181: Lors a 1i rois 1e bras amont levä E1 haterel a Ogier assenä; Ainsi 
1e fait chevalier ordenö.  Riehas li biaus 5145: Quant chi1z ot bien 1a tieste 
armee Richars 1i a ehainte Pespee; Le diestre esporon li caucha Et puis sa main 
diestre haucha Se ]i donne une grant colee "Amis", fait il „en 1a melee, Quant 
ifi venrras, si t'en souvingne De ce cop chi, a ceste ensmgne, Que tu soies vail- 
lans et preus." „Si serai ie, si m'ait deus."  A101 71-16: Aiols 1i caint Tespee 
a1 senestre coste, Hauce le palme destre el col li a done.  Elie de S. Gille 104: 
Li viex 1i caint Pespee a son senestre les, I1 a hauciet 1a paume, se 1i done  j  
coptel Por -j- poi nel abat et nel fist enverser.  Ferguut 902: In uwen hals sal 
hi u' slaen Ende gorden u "t swaert meh sinen handen.  
2) Als Gui de Mayence seinen Sohn Doon zum Kampfe ausziehen lässt, giebir 
er ihm gute Lehren mit, Doon p. 75: Lors le fiert de 1a, paume sur le viz, 
qu'il ot gTas, Pujs luy a dit: „Beau1 fiz, bellement et par gas Pour ce t'a,y je 
feru que ja, ne ifoublieras." 
3) J. Grimm, RA. 143. 545. 
4) Erec 6612: Aingois que nonne fust sonnee Ot adobe li rois Artus Quatre 
cenz chevaliers et plus, Toz fils de contes et de rois. Chevax dona ä chascun trois 
E1; rohes ä chascun deux paire, Por ce que sa corz miaudre apaire.  Galatfers 
W111 11m1 zum Ritter machen; er sagt (Karhneinet 54, 12): "Ich hauen noch be- 
halden In myne trejsoer gevalden De wapen, da, ich ynne Ritter wart mit godem 
synne", und giebt ihm das Schwert Galosevele und das Ross Affeleir. 
Schultz, hör". Leben. I. 10
        

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